
Frontal gegen Lkw (27.06.2006)
Um kurz vor 5 Uhr war für die Freiwilligen Feuerwehren Hedemünden und Hann. Münden die Nacht vorbei. Sie mussten zu einem schweren Verkehrsunfall auf die B 80 bei Hedemünden, in Höhe der Gärtnerei, ausrücken. Ein Autofahrer (lt. Polizei 22 Jahre alt) aus dem Eichsfeldkreis stieß aus Richtung Witzenhausen kommend frontal mit einem entgegenkommenden Lkw zusammen. Der 45-jährige Lkw-Fahrer und weitere Zeugen hatten beobachtet, dass der weiße Polo schon in der Kurve vor der Unfallstelle merkwürdig gefahren sei und dann urplötzlich auf die Gegenfahrbahn wechselte.
Der Lkw-Fahrer leitete sofort eine Notbremsung ein und versuchte, dem entgegenkommenden Fahrzeug auszuweichen. Aber auch durch dieses geistesgegenwärtige Manöver ließ sich der Zusammenstoß nicht verhindern. Der Pkw schlug so heftig mit der Fahrerseite am Lkw auf, dass der Fahrer im Fußraum und unter dem Dach seines Fahrzeugs eingeklemmt wurde.
Die zuerst am Unfallort eintreffende
Feuerwehr Hedemünden nahm sofort hydraulisches Rettungsgerät vor, um mit der
Befreiung zu beginnen. Wenige Minuten später traf auch die Ortsfeuerwehr Hann.
Münden ein, um die Hedemündener Kameraden bei der äußerst schwierigen Rettung zu
unterstützen. Während unter der Einsatzleitung der Feuerwehr Hedemünden weitere
Rettungswerkzeuge zum Einsatz kamen, wurde der schwer verletzte, noch
eingeklemmte, Fahrer von Notarzt und Rettungssanitätern behandelt und
stabilisiert. Nachdem die Feuerwehr das Fahrzeugdach mit der Rettungsschere
abgeschnitten hatte, konnte sie dann unter Einsatz hydraulischer
Rettungszylinder das Fahrzeugwrack soweit auseinander drücken, dass nach
Abschneiden der Sitzlehne der Schwerverletzte in perfekten Zusammenspiel
zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr vorsichtig nach hinten oben aus dem
Fahrzeug befreit und der medizinischen Notfallversorgung im Rettungswagen
übergeben werden konnte. Anschließend wurde der Verunfallte mit dem Göttinger
Rettungshubschrauber Christoph 44 in die Uniklinik nach Göttingen geflogen.
Bis auf einen gehörigen Schock blieb der Lkw-Fahrer unverletzt. Der Lkw wurde
aber durch den Aufschlag so stark beschädigt, dass dieser seine Fahrt nicht
fortsetzten konnte und abgeschleppt werden musste. Durch die umfangreichen
Rettungs- und Bergungsarbeiten war eine Vollsperrung der B 80 über eineinhalb
Stunden zwingend erforderlich, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen im
einsetzenden Berufsverkehr führte. Nachdem der verunfallte Pkw vom
Abschleppdienst aufgeladen war, half die Feuerwehr, die Straße von ausgelaufenen
Betriebsstoffen und Trümmerteilen zu reinigen, um die Fahrbahn möglichst schnell
wieder freigeben zu können. Der Sachschaden wird auf über 50.000 Euro geschätzt.





Text, Fotos: Photo Burkhardt, Hann. Münden