Großfeuer zerstört Zimmerei (25.08.2006)


Das Großfeuer einer Zimmerei hielt die Feuerwehren aus der Gemeinde Bovenden in der Nacht zu Freitag in Atem. Um 4.45 Uhr ging der Notruf bei der Berufsfeuerwehr Göttingen ein. Die Einsatz-Meldung lautete „Feuer in Zimmerei Rauschenwasser – Flammen sichtbar“. Daraufhin wurden zunächst die Freiwilligen Feuerwehren Bovenden und Eddigehausen über Sirene und Funkmeldeempfänger alarmiert – wenig später auch die Ortsfeuerwehr Reyershausen. Bei Ankunft der ersten Kräfte schlugen bereits die Flammen aus dem ersten Obergeschoss der Westseite des Gebäudes. Sofort gingen zwei Trupps mit schwerem Atemschutz und zwei C-Rohren in das Gebäude vor – auch von außen wurde mit der Brandbekämpfung begonnen, zunächst ebenfalls mit 2 C-Rohren. Das Feuer war allerdings nicht in den Griff zu bekommen, so dass es sich in den Dachstuhl ausbreitete. Die Trupps im Innenangriff wurden zurückgezogen. Als Unterstützung kamen zwischenzeitlich die Berufsfeuerwehr Göttingen mit einer Drehleiter und einem Tanklöschfahrzeug 24/40, sowie die umliegenden Ortsfeuerwehren aus Billingshausen, Spanbeck, Lenglern und Harste. Aus Waake rückte ein Schlauchwagen 2000 an, von der feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) aus Potzwenden kam ein Gerätewagen mit Ersatz-Atemluftgeräten und -flaschen. Insgesamt waren über 100 Einsatzkräfte vor Ort, um den Großbrand zu löschen.

Trotzdem ging von nun an alles ganz schnell. Fast blitzartig breitete sich das Feuer in dem relativ neuen Fachwerkhaus aus, das innen sehr offen gebaut war. Der Dachstuhl stand schnell lichterloh in Flammen, diese schlugen meterhoch in den Nachthimmel. Die Hitzeentwicklung war enorm, sogar bei einem Tanklöschfahrzeug schmolzen die Blaulichter. Auch mehrere große Bäume fielen dem Brand zum Opfer. Immer wieder stürzten Teile des Daches – und schließlich auch die beiden Giebel – ein. Die Zimmerei brannte bis auf die Grundmauern nieder. Eine Gefährdung für benachbarte Häuser und Anwohner bestand aber nicht. Eine Evakuierung war deshalb nicht erforderlich.

Als Wasserentnahmestelle diente zum einen die relativ große Quelle Mariaspring, der Rauschenwasser-Bach und ein Unterflurhydrant. Allein von der Quelle wurden vier B-Leitungen in Richtung Brandort verlegt. Der Rauschenwasser-Bach wurde durch die FF Lenglern aufgestaut, um genügend Wasser ansaugen zu können. Die Schwierigkeiten bei der Brandbekämpfung bestanden vor allem darin, dass es sich um ein Gebäude in reiner Holzbauweise handelte. Zudem, so Gemeindebrandmeister Markus Füllgrabe, wurden größere Mengen Holz und Papier gelagert.  Die Rauchwolke war noch in der rund 20 Kilometer entfernten Gemeinde Friedland zu sehen.

Gegen 8 Uhr war das Feuer unter Kontrolle, die Löscharbeiten dauern aber voraussichtlich noch bis zum Sonnabend. Am Freitag Mittag kam ein Bagger zum Einsatz, um die Löscharbeiten zu erleichtern. Um an alle Brandnester zu gelangen und diese zu ersticken, wurde schließlich Schaummittel eingesetzt, das vor allem von der Drehleiter aufgebracht wurde. Um 14.45 Uhr am Freitag übernahm die zuständige Ortsfeuerwehr Eddigehausen den Brandort und damit die Brandsicherheitswache. Sie wird im Abstand von vier Stunden durch die Feuerwehren Billingshausen, Spanbeck und Emmenhausen ausgelöst. Eine genaue Schadenshöhe steht laut Polizei noch nicht fest. Der Brandort wurde beschlagnahmt,  die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Menschen wurden nicht verletzt.

Westseite des Gebäudes: Die Lage beim Eintreffen

 

 

Brandbekämpfung über Steckleiter ins 1. Obergeschoss

 

 

Ostseite des Gebäudes: Dichter Qualm dringt aus dem Fachwerk

 

Kurz vor der Durchzündung

 

Durchzündung im Dachstuhl

 

 

 

Meterhoch schlagen die Flammen in den Nachthimmel

 

Die erste Gaube ist bereits eingestürzt

 

 

 

 

Feuerwehreinsatz in der Straße Rauschenwasser

 

Ostseite

 

Der Giebel kurz vor dem Einsturz ...

 

... und danach.

 

 

Das Dach steht nicht mehr.

 

Wasserentnahmestelle Quelle Mariaspring

 


4 B-Leitungen wurden von der Quelle verlegt.

 

Wasserwerfer des TLF 24/40 der BF Göttingen

 

Rauchsäule von der alten B 3 aus gesehen, im Hintergrund die Plesse

 

Thomas Baake von der BF Göttingen im Schaumeinsatz von der Drehleiter

 

Alles zerstört: Blick von oben

 

Einer der zerstörten Straßenbäume

 

Nachlöscharbeiten

 

Rauschenwasser aus der Luft

Text, Fotos: Stefan Rampfel

 

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