Zwei tierische Einsätze (23./31.05.2007)


Dass Feuerwehrarbeit nicht nur aus dem Löschen von Bränden und Retten von Unfallopfern besteht, zeigen immer wieder tierische Einsätze. Wir stellen Ihnen zwei davon vor:

Bericht 1:
Zwei Ziegen legen Bahnverkehr lahm

Zwei ausgebüchste Ziegen haben am Donnerstag Abend (31.05.) den Bahnverkehr durch Göttingen für fast eine Stunde lahm gelegt. Die beiden Tiere wurden um 19.35 Uhr zunächst im Bereich Maschmühlenweg an den Bahngleisen gesichtet. Daraufhin machten sich vier Beamte der Bundespolizei und zwei der Göttinger Polizei auf die Jagd nach den Böcken. Unterstützt wurden sie durch Brandmeister Jens Kahle und Brandmeisteranwärter Bernd Ludewig von der Wachabteilung 1 der Göttinger Berufsfeuerwehr. Weil Gefahr für den Bahnverkehr bestand, wurde anfangs die Schnellfahrstrecke für ICE gesperrt, später auch die übrigen Gleise. Im Bahnhof ging nichts mehr. Lange Wartezeiten und verpasste Anschlusszüge waren die Folge.

 Weil die Fang-Aktion bislang zu keinem Erfolg führte, kam weitere Hilfe von der Ortsfeuerwehr Stadtmitte, die mit rund zehn Einsatzkräfte ausrückte. „Eine Ziege konnten wir dann schnell im Bereich eines Gebüsches direkt an den Gleisen einfangen“, sagte Kai Schmidt, stellvertretender Ortsbrandmeister. „Ein Kamerad packte sie an den Hörnern und warf sie zu Boden.“ Die andere Ziege lief indes mit rasanter Geschwindigkeit erst in Richtung Güterverkehrszentrum, dann über alle Gleise des Güterbahnhofs bis in den Hauptbahnhof hinein. Dies bestätigt auch Ralf Göttner, Pressesprecher des Bundespolizeiamtes Hannover. „Am Bahnsteig 8 und 9 unterquerte die zweite Ziege einen stehenden ICE und flüchtete dann in Richtung Innenstadt.“ Da kamen selbst die schnellen Feuerwehrmänner nicht hinterher. Erst um 21 Uhr konnte die Sperrung wieder aufgehoben werden. Ziege 1 wurde währenddessen ins Tierheim transportiert, nach Ziege 2 wird noch gefahndet.

Bereit zum Ziegenfangen am Maschmühlenweg

 

 

Die erste Ziege wurde schnell gefangen.

 

Bernd Ludewig, Jens Kahle und Jörg Schaper mit der Ziege

 

 

Dann ging die "Jagd" weiter ...

 

 

 

Fuat Aygül von der Ortsfeuerwehr Stadtmitte beim Suchen unter einem Zug.

 

 

 

 

Fotos: Stefan Rampfel


Bericht 2:
Entenfamilie auf Abwegen

Auf diesen Ausflug hätte die Entenfamilie wohl lieber verzichtet. Alessa (5) entdeckte am Mittwoch (23.05.) in der Göttinger Kommendebreite, nicht unweit vom alten Stadtfriedhof, eine Ente mit ihren neun Küken - mitten auf der Straße watschelnd. Die herbei gerufene Feuerwehr wollte die Tiere eigentlich einfangen und am Kiessee aussetzen. Doch daraus wurde nichts. Die Ente war einfach zu flink, ein Küken kam bei der Flucht nicht hinterher und wurde von der Gruppe getrennt. Spurlos auf dem Stadtfriedhof verschwunden waren hingegen die Entenmama samt verbliebener acht Küken. Den Feuerwehrmännern Jens Kahle und Fabian Kiehne von der Wachabteilung 1 der Göttinger Berufsfeuerwehr blieb nichts anderes übrig, das einzelne Küken zur Wildtier-Pflegestation in die Weender Landstraße zu transportieren. Warum sich derzeit so viele Entenfamilien verlaufen, ist ein Rätsel: "Es war bereits der dritte Enten-Einsatz in drei Schichten", sagt Kahle, der auch beim Einsatz mit der Ziegen dabei war.

 

 

Suche im Gebüsch

 

 

 

Das verloren gegangen Entenküken.

 

Fabian Kiehne und Jens Kahle mit dem Küken

Fotos: Stefan Rampfel

 

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