
Schwerer Lkw-Unfall auf der A7 (15.04.2008)
Auf der Autobahn 7 in Höhe der Rastanlage Göttingen-Ost in Fahrtrichtung Nord hat sich gegen 7.50 Uhr ein schwerer Unfall ereignet, an dem vier Lkw beteiligt waren. Nach Erkenntnissen der Polizei fuhr ein Lkw-Fahrer aus Portugal auf ein Stauende auf. Bei dem Aufprall wurden zwei vor dem portugiesischen Lkw am Stauende stehende Sattelzüge nach vorn geschoben, eines der Fahrzeuge stellte sich durch die Wucht der Kollision quer zur Fahrbahn. Der Mann erlitt dabei schwere Verletzungen und wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Ein weiterer Lkw fuhr auf die Unfallstelle auf. Zwei Fahrer kamen mit dem Schrecken davon, ein weiterer wurde leicht verletzt.
Die alarmierte Ortsfeuerwehr Rosdorf sowie die Berufsfeuerwehr Göttingen befreiten den Fahrer mit hydraulischem Rettungsgerät (Rettungsschere und Hydraulikstempel) aus dem Fahrerhaus. Die Position der Kabine erschwerte die Rettung, da die Öffnung nur schwer zu erreichen war. Die Verletzten wurden mit Rettungswagen in ein Göttinger Krankenhaus transportiert.
Die 20 Einsatzkräfte der Feuerwehr pumpten zudem Betriebsstoffe aus zwei Lkw ab. Der Zugriff auf die beschädigten Tanks war durch die Verkeilung der Fahrzeuge nur erschwert möglich. Es kamen so genannte "Spillbags" zum Einsatz, mit denen der Kraftstoff zunächst aufgefangen wurde. Vor Eintreffen der Feuerwehr war bereits eine unbekannte Menge Dieselkraftstoff ausgelaufen und versickerte im Seitenstreifen. Die Untere Wasserbehörde wurde alarmiert und prüfte den Umweltschaden.
Die Autobahn wurde in Fahrtrichtung Hannover voll gesperrt. Der Verkehr wurde von der Polizei abgeleitet. Das Technische Hilfswerk unterstützte bei der Stauabsicherung. Trotzdem bildete sich ein Rückstau von über elf Kilometern Länge. Aufgrund des in den Gegenfahrstreifen hineinragenden Lkw-Hecks wurde der linke Fahrstreifen in Fahrrichtung Kassel ebenfalls gesperrt. Auch hier kam es zu erheblichen Behinderungen. Im Einsatz waren neben der Feuerwehr auch der Göttinger Rettungshubschrauber Christoph 44, die Autobahnpolizei Mengershausen, sowie drei Rettungswagen. Gegen 10.25 Uhr wurde die Einsatzstelle von der Feuerwehr dem Straßenbaulastträger übergeben.
Der vorangegangene Stau, auf den der portugiesische Lkw-Fahrer auffuhr, entstand durch einen weiteren Unfall gegen 4.15 Uhr. Hierbei verlor ein Schwertransporter ein Gehäuse eines Triebwerkes für den Airbus 380. Bei diesem Unfall wurde die Ölwanne des Spezial-Lkw beschädigt, rund 30 Liter Öl traten aus und gelangten ins Erdreich. Der Fahrer blieb unverletzt. Die Höhe des entstandenen Gesamtschadens dürfte sich auf 600.000 Euro belaufen.



Auslaufende Betriebsstoffe wurden abgestreut

Die Rettung des Fahrers gestaltete sich schwierig



Der Kraftstoff wurde in Auffangbehälter umgepumpt.
Fotos: Michael Pritzkow

Das Gehäuse eines solchen Triebwerks verlor der Schwertransporter beim ersten Unfall (Symbolfoto).