
Zeitgleich zwei Großbrände in historischer Innenstadt (04.05.2008)

Zwei schwarze Tage für die Drei-Flüsse-Stadt Hann. Münden. Erst am Sonnabend kam ein 20-Jähriger Kölner während eines Zelturlaubs auf tragische Weise ums Leben, nur einen Tag später ereigneten sich in der historischen Innenstadt zeitgleich zwei Großbrände, bei denen mehrere Häuser zerstört wurden. Mindestens sieben Personen wurden verletzt, darunter auch zwei Kinder und Feuerwehrleute. Über 120 Einsatzkräfte waren vor Ort. Beide Häuser liegen ca. 500 Meter voneinander entfernt.
In einem bewohnten Fachwerkhaus in der Langen Straße und einem weiteren unbewohnten Haus in der Mühlenstraße sind die Brände am Sonntagmorgen gegen 04.05 Uhr aus noch ungeklärten Gründen nahezu zeitgleich ausgebrochen. Bei dem Brand in dem Wohnhaus in der Langen Straße wurden sechs Personen im Alter von 2, 4, 24, 44 und 50 Jahren verletzt. Sie wurden von der Feuerwehr über Drehleitern und Steckleitern gerettet. Sie kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in umliegende Krankenhäuser. Die umfangreichen Löscharbeiten dauerten noch den gesamten Sonntag an. Dazu wurden auch vier Drehleitern aus Hann. Münden, Kassel, Dransfeld und Immenhausen eingesetzt. Umliegende Häuser der beiden Brandorte wurden evakuiert. Die Brandursache und Schadenshöhe ist noch unklar, die Ermittler der Polizei schließen aber Brandstiftung nicht aus. Für die weiteren Ermittlungen hat die Polizei eine mehrköpfige Ermittlungsgruppe gebildet.
Außer dem unbewohnten Haus in der Mühlenstraße, in dem früher eine Diskothek war, und dem Wohn- und Geschäftshaus in der Langen Straße sind insgesamt fünf weitere angrenzende Gebäude und ein Anbau durch übergreifende Flammen in Mitleidenschaft gezogen worden. Die beiden Brandorte wurden weiträumig abgesperrt. Zahlreiche Schaulustige säumten trotz der frühen Morgenstunden die Straßen der eng bebauten Innenstadt. Kurioserweise bekamen viele Passanten gar nicht mit, dass es an zwei Stellen brannte.
Bei den beiden hauptsächlich betroffenen Häusern besteht nach einer ersten Begutachtung durch einen Statiker akute Einsturzgefahr.Weil die Objekte noch nicht betreten werden können, gestalten sich die ersten Ermittlungen der Polizei derzeit noch schwierig. Eine Begutachtung beider Brandorte erfolgt in Kürze. Beamte aus Hann. Münden und Göttingen führten in den betroffenen Straßen Zeugen- und Anwohnerbefragungen durch. Die Befragungsaktion soll in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. Zudem wurde am Sonntagabend bis 20 Uhr eine "mobile Wache" in der Langen Straße eingerichtet.
Insgesamt waren über 120 Einsatzkräfte der
Feuerwehren aus den Städten Hann. Münden, Kassel, der Samtgemeinde Dransfeld und
der Gemeinde Staufenberg vor Ort. 60 Polizeibeamte, das THW und der
Rettungsdienst waren im Einsatz. Die feuerwehrtechnische Zentrale aus Potzwenden
transportierte Atemluftflaschen an die Einsatzstelle.

Die historische Hann. Mündener Altstadt aus der Luft. Die beiden Kreuze zeigen die Brandorte. Sie liegen nur 330 Meter Luftlinie auseinander entfernt.
Fotos: Stefan Rampfel, Photo Burkhardt, Gö-Flug
Hier geht es zu den Bildern des Einsatzes in der Langen Straße/Ritterstraße.
Hier geht es zu den Bildern des Einsatzes in der Mühlenstraße.