Chemieunfall: Natriumhydroxidlösung tritt aus (11.06.2008)


Im Bereich der Einfahrt zum Autohof Lutterberg an der Bundesstraße 469 sind am Mittwochabend gegen 22.30 Uhr aus einem mit Sammelgut beladenen Lkw einer Spedition aus dem Raum Hannover rund 150 Liter Natriumhydroxidlösung ausgetreten. Auf seinem Gefahrgut-Lkw transportierte der 21 Jahre alte Fahrer verschiedenes Sammelgut in Behältnissen mit einem Fassungsvermögen von fünf bis 1.000 Litern. Beim Abbiegen auf den Rasthof verrutschte vermutlich wegen mangelhafter Ladungssicherung die Ladung und aus einem der Behältnisse trat der ätzende flüssige Stoff aus dem 200 Liter-Fass aus, nachdem dieses beschädigt wurde. Die Unfallstelle wurde daraufhin sofort von den rund 80 alarmierten Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren aus Staufenberg und  Hann. Münden im Umkreis von bis zu 200 Metern vorsorglich gesperrt. Die Sperrung umfasste die an dem Rasthof vorbeiführende Bundesstraße sowie die Autobahnauf- und abfahrt der Anschlussstelle Hann. Münden-Lutterberg. Die Fenster und Türen beim Autohof mussten geschlossen bleiben.

Der Fahrer bemerkte kurz nach dem Anhalten das Austreten der stark ätzenden Lauge aus dem Behältnis und alarmierte sofort die Feuerwehr. Vermutlich durch diese schnelle Reaktion blieben größere Schäden aus. Das Erdreich wurde vermutlich nicht verunreinigt. Der Lkw wurde durch die Feuerwehrkräfte unter Atemschutz und in Chemikalienschutzanzügen (CSA) entladen. Der Fahrer kam zunächst vorsorglich in ein Kasseler Krankenhaus, was er nach ambulanter Behandlung wieder verlassen konnte. Die Technische Ermittlungsgruppe Umwelt (TEGU) der Polizeidirektion Göttingen übernahm die ersten Ermittlungen vor Ort. Die Beamten leiteten ein Ermittlungsverfahren gegen den Fahrer wegen des Verdachts des Umgangs mit gefährlichen Stoffen und Gütern ein. 

Die Sperrung der Bundesstraße und der Autobahn-Anschlussstelle dauerte insgesamt etwa neun Stunden. Einsatzende für die Feuerwehr war gegen 6.30 Uhr am Donnerstag. Vor Ort waren 80 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Lutterberg (LF 8), Landwehrhagen (LF 8, TLF 16/24, LF 16-TS), Escherode (LF 8), Hann. Münden (ELW, RW 2, AB GW/G 2) und Rosdorf (Abrollbehälter Gefahrgut) sowie zwei Fahrzeuge der Feuerwehrtechnischen Zentrale Potzwenden zum Abtransport des Gefahrgutes.

Der betroffene Lkw mit dem beschädigten Behälter auf der Zugmaschine

 

 

Auch ein Dekontaminationszelt wurde aufgebaut.

 

Führungskräfte der Feuerwehr bei einer Lagebesprechung mit einem Beamten der TEGU

 

Einsatzkräfte in Chemikalienschutzanzügen (CSA)

 

Das Gefahrgut wurde in Edelstahl- und säurefesten Kunststoffbehältern umgeladen und entsorgt.

 

Fotos: Lutz Muraro

 

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