Tierischer Einsatz: Terrier narrt die Feuerwehr (15.11.2008)


Zu einem tierischen Einsatz im Göttinger Wald wurde die Freiwillige Feuerwehr Herberhausen zusammen mit der Berufsfeuerwehr am Samstag Abend um 17.20 Uhr alarmiert. Ein Jack-Russell-Terrier musste aus einem so genannten Holzpolter (Langholzstapel) gerettet werden.

Was war geschehen? Die beiden 15-jährigen Schülerinnen Franziska Göttlich und Yoshie Popolizio aus Herberhausen waren mit Pferd und Hund im Göttinger Wald ausreiten. Als sie an einem Holzpolter vorbei kamen, hörten sie einen Hund bellen und jaulen. Auf der Suche nach dem Tier stellten sie fest, dass dieses augenscheinlich irgendwo inmitten des riesigen Holzstapels gefangen war und sich von selbst nicht mehr befreien konnte. Sie riefen die Mutter von Yoshie an, die aufgrund der fortgeschrittenen Dunkelheit mit Auto und Taschenlampe in den Wald eilte, um den Hund in dem Stapel ausfindig zu machen. Durch einen kleinen Spalt konnte man so zumindest die Schnauze des Hundes erahnen.

Nun musste Hilfe her: Über Notruf wurde die Feuerwehr angefordert, die sich sofort in Bewegung setzte. Insgesamt drei Feuerwehrfahrzeuge von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr rückten aus, um das Tier zu retten. Doch was tun? Den teuren Holzstapel zersägen? Ihn von Waldarbeitern abtragen lassen? Nein. Dann kam den Feuerwehrmännern die rettende Idee: Mit dem Schnellangriffsschlauch des Löschgruppenfahrzeuges spritzten sie so lange Wasser in den Holzstapel, bis sich der Jack-Russell-Terrier einen Ausweg suchte und plötzlich ganz leise vor den Rettern stand - als wenn nichts gewesen sei.

Durch eine Telefonnummer auf der Hundemarke konnte die Besitzerin schnell ermittelt werden, die umgehend an die Einsatzstelle kam. Sie erklärte, dass ihr Hund mit dem süßen Namen "Mäuse" beim Waldspaziergang plötzlich in dem Holzstapel verschwunden war, weil er vermutlich einen toten Fuchs gerochen hat. Fast eine Stunde habe sie versucht, ihn einzufangen, als er immer wieder aus dem Stapel gerannt kam. Als dies jedoch nicht gelang, ging sie nach Hause. Sie sagte, sie hätte später noch einmal mit Verstärkung wiederkommen wollen, um den Hund zu einzufangen.

Die Merkmale von Jack-Russell-Terriern sind hohe Intelligenz, Mut und Ausdauer. Die Hunderasse zeichnet sich durch ihre kleine Größe und den geringen Brustumfang aus, weshalb sie ausgesprochen gut für die Arbeit unter der Erde geeignet ist. Sein Können kann der Terrier vor allem bei Totsuchen demonstrieren. All diese Markmale haben sich bei diesem Einsatz bewiesen. 

In diesem Holzstapel versteckte sich der Jack-Russell-Terrier.

 

Das LF 10/6 der Freiwilligen Feuerwehr Herberhausen leuchtet die Einsatzstelle im Göttinger Stadtwald aus.

 

Nass, aber draußen: Hund "Mäuse" in den Armen von Feuerwehrmann Christian Krause.

 

 

 

Von links: Feuerwehrmann Christian Krause mit den beiden Finderinnen Yoshie Popolizio und Franziska Göttlich (beide 15) aus Herberhausen

Text, Fotos: Stefan Rampfel

 

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