
Evakuierung wegen Bombenentschärfung (27.05.2010)
Am Donnerstag Nachmittag wurde bei Bauarbeiten auf dem Göttinger Schützenplatz eine amerikanische Zehn-Zentner-Fliegerbombe gefunden. Der Säurezünder machte eine sofortige Entschärfung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen notwendig. In einer logistischen Meisterleistung wurden von über 500 ehrenamtlichen Helfern von sämtlichen Hilfsorganisationen etwa 7000 Menschen im Umkreis von einem Kilometer aus ihren Wohnungen und Häusern evakuiert. Allein von der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Göttingen waren alle 13 Ortsfeuerwehren im Einsatz. Gegen 1 Uhr nachts konnten die Experten aus Hannover die Bombe entschärfen. Dazu wendeten sie erstmals ein neues Verfahren mit einem Wasserschneidgerät an. Die Entschärfer saßen dabei in einem Container in der Nähe und steuerten das Gerät per Videoüberwachung.
Hier einige Eindrücke von der Evakuierung und der Bombe:
Fundort der Bombe auf dem Schützenplatz, der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen beginnt mit den Arbeiten am Nachmittag.
Gegen 19 Uhr wird das Gelände der Musa geräumt, ein großes Konzert muss ausfallen.
Sammelpunkt für die Ortsfeuerwehren Stadtmitte, Herberhausen und Holtensen war im Hagenweg. Diese drei Ortsfeuerwehren waren für die Evakuierung des so genannten Blümchenviertels zuständig.
Lagebesprechung mit Karte
Ein Hubschrauber der Bundespolizei machte Lautsprecherdurchsagen, die fast niemand verstand.
Absperrung an der Godehardstraße
Beginn der Evakuierung gegen 21 Uhr
Mit Bussen wurden gehfähige Anwohner in die Sammelunterkünfte gefahren.
Elly Henschel (92, links) und Liselotte Basche (88) aus dem Asternweg wurden mit einem Rettungswagen abgeholt. Beide wohnen hier seit 1955. So eine Evakuierung haben sie noch nicht erlebt. Sie sehen das ganze mit Humor, obwohl es mitten in der Nacht ist.
An jeder Haustür wurde geklingelt.
Turnhalle des Max-Planck-Gymasiums: Anwohner werden registriert.
Fundort der Bombe aus der Nähe
Entschärft: Die Bombe wird auf einem Lkw verladen.

Der Schützenplatz aus der Luft. Noch vor wenigen Wochen hat hier ein Zirkus seine Zelte aufgebaut.
Fotos: Stefan Rampfel