
Seminar für Feuerwehrfrauen (11.09.2004)
Das vierte Seminar für Feuerwehrfrauen fand am Sonnabend im Feuerwehrzentrum Potzwenden statt. Der Einladung von Kreisfrauensprecherin Sabine Steylaers waren Frauen aus den Gemeinden Adelebsen, Duderstadt, Radolfshausen und der Stadt Göttingen gefolgt. In Stadt und Landkreis Göttingen gibt es etwa 600 Feuerwehrfrauen. "Das Ziel dieses Info-Tages ist es, den Frauen die Möglichkeit zu geben, sich genauer über die drei technischen Lehrgänge zu informieren," sagt Steylaers. Für alle freiwilligen Feuerwehrleute werden im Feuerwehrzentrum Potzwenden Atemschutzgeräteträger-, Sprechfunker- und Maschinistenlehrgänge angeboten. Nach den Erläuterungen über Teilnahmevoraussetzungen und Anforderungen ging es praktisch weiter. Am interessantesten aber zugleich am schwierigsten fanden viele Frauen den Atemschutzlehrgang. Dabei muss man die Atemschutzübungsstrecke durchlaufen, und das mit fast 18 Kilogramm auf dem Rücken und in voller Sicherheits-Ausrüstung. "Das ist schon heftig, wenn man nicht trainiert ist", so das Fazit der Damen. Seit 26 Jahren ist es Frauen laut Niedersächsischem Brandschutzgesetz offiziell erlaubt, Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr zu werden.
Petra Rittmeier aus Nesselröden
ist die einzige Feuerwehrfrau in ihrer Wehr. Sie ist gut aufgenommen worden.
"Die Männer sind froh, dass eine Frau gefunden wurde, die aktiv
mithelfen möchte", so Rittmeier. So lassen sich auch noch weitere Frauen
motivieren. Christiane Wahle ist eine von
vier Feuerwehrfrauen von der Feuerwehr Waake-Bösinghausen. "Allerdings
bin ich die einzige, die noch keinen Grundlehrgang gemacht hat." Sie ist
aus der Jugendfeuerwehr in den aktiven Feuerwehrdienst übergetreten. Ihre Schwägerin Melanie Wahle,
ebenfalls aus Waake, wurde gut in die Gruppe integriert. Es gibt keine
Probleme mit den Männern. "Es sollten sich noch mehr Frauen
trauen", so der Wunsch von Wahle. Auch in Westerode gibt es mit Silvia
Kellner nur eine Feuerwehrfrau. Sie glaubt, dass sich keine Frau
traut, weil die Männer alles im Griff haben. Sie ist Kassenwartin und seit
zwei Jahren Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr. Bisher hat Kellner nur den
Grundlehrgang absolviert, im Oktober folgt der Maschinistenlehrgang. Etwas
anders sieht es in Herberhausen aus: Hier sind neben Julia Fähmel
noch sieben weitere Frauen in der Ortsfeuerwehr. In der Jugendfeuerwehr sind
zwölf Mädchen und nur vier Jungen. "Wenn die alle übertreten, können
wir eine Frauengruppe gründen", sagt Fähmel. "Am interessantesten
finde ich den Atemschutzlehrgang, aber dafür müsste ich erst mal ins Fitneßstudio
gehen."
An Schlaghammer und Endlosleiter
Eine Tragkraftspritze wird von den Ausbildern
erklärt
In der Atemschutzübungsstrecke - doch ohne Nebel und Hitze
Fotos: Stefan Rampfel



