
Neues von der Deutschen Bahn (23.11.2005)
Planfeststellung für Tunnel-Rettungsplätze
an ICE-Strecke läuft
Feuerwehren üben an Kesselwagen
Nicht erst im März 1999, als im Leinebuschtunnel bei Jühnde ein Güterzug brannte, sondern schon ein halbes Jahr vorher, als im gleichen Tunnel der Ernstfall geprobt wurde, zeigten sich schwere Sicherheitsmängel an dem Bauwerk. So gibt es in dem 1700 Meter langen Tunnel an der ICE-Strecke weder Notausstiege noch eine eigene Löschwasserversorgung oder geeignete Aufstellflächen für Feuerwehrfahrzeuge. Jetzt kommt endlich Bewegung in die Angelegenheit: Seit kurzem laufen die Planfeststellungsverfahren für eine Vergrößerung der Rettungsplätze an den Tunneln der Schnellfahrstrecke, die länger als 1000 Meter sind. "Wenn alles klappt, werden pro Tunnel zwei Rettungsplätze mit einer Aufstellfläche von 1500 Quadratmetern angelegt", sagt Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen. "Außerdem wird die Zuwegung befestigt." Kostenträger ist die Deutsche Bahn. Im Feuerwehrzentrum in Potzwenden lagert zudem ein Ausrüstungssatz "Bahn", der aus zwei Rollpaletten für Bahngleise, fünf Schleifkorbtragen und einer Rettungsplattform besteht.
Erstmals Ausbildung am Kesselwagen
Auch die Ausbildung an Bahnanlagen und Bahnwaggons gehört zum Konzept dazu. So hatten jetzt fast 70 freiwillige Feuerwehrleute aus dem Landkreis Göttingen (Gemeinden Adelebsen, Bovenden, Hann. Münden, Staufenberg, Friedland, Rosdorf und Kreisfeuerwehrbereitschaft Mitte) erstmals die Gelegenheit, an einem Gefahrgut-Kesselwagen zu üben. Nach einer kurzen theoretischen Einführung zeigten Horst Fechner und Ingo Piersig von der DB Netz AG die diversen Ventile und Anschlüsse von Kesselwagen. Im Anschluss daran mussten die Feuerwehrleute Leckagen abdichten, aus denen Flüssigkeiten austraten. Eine sinnvolle Ausbildung, so die einstimmige Meinung der Einsatzkräfte. In Deutschland fahren pro Tag etwa 6000 Güterzüge, davon die Hälfte mit Gefahrgut. Pro Jahr werden 38 Millionen Tonnen Gefahrgüter auf den Gleisen transportiert - auch durch Stadt und Landkreis Göttingen.
Download: Hilfeleistungseinsätze im Gleisbereich der DB AG (PDF-Dokument - 3,27 MB)
Theoretischer Unterricht im Bahnwaggon
Praktische Ausbildung am Armaturenwagen des Ausbildungszuges Gefahrgut
Der Armaturenwagen von innen
Auf dem Armaturenwagen
Ausbildungsort Gartetalbahnhof in Göttingen
Übung am Leckagewagen
Fotos: Stefan Rampfel