
Informationen zur Vogelgrippe (15.02.2006)
Ausführliche Informationen zum Thema Vogelgrippe gibt es bei Wikipedia.
1. Was ist die
Vogelgrippe?
"Vogelgrippe" ist der eher in der Umgangssprache gebräuchliche
Ausdruck für Geflügelpest oder aviäre Influenza und bezeichnet eine
Erkrankung von Vögeln durch Vogel-Influenza- bzw. Vogelgrippe-Viren).
Bei Vögeln können verschiedene Grippeviren (Influenza A-Virus-Subtypen)
vorkommen und zu unterschiedlich schweren Krankheitsbildern führen. Die schwer
verlaufenden Erkrankungen werden durch Influenza A-Viren der Untertypen H5 und
H7 verursacht. Das aktuelle Vogelgrippevirus ist das Influenza A H5N1-Virus.
Seitdem beobachtet wurde, dass die bei Vögeln vorkommenden Grippeviren auch
Erkrankungen bei Menschen hervorrufen können, werden auch menschliche
Erkrankungen durch diese Viren als Vogelgrippe bezeichnet. Seit Ende des Jahres
2003 sind in Südostasien und China und seit Anfang 2006 auch in der Türkei
rund 160 Erkrankungsfälle bei Menschen beobachtet worden (Stand 15.01.2006). In
Asien ist etwa die Hälfte der an Vogelgrippe Erkrankten an der Infektion
gestorben.
2 . Was ist
die Geflügelpest?
Bei der Geflügelpest handelt es um eine Vogelkrankheit, die schon seit mehr als
100 Jahren in Europa bekannt ist und vor allem Geflügelbestände befällt. In
den vergangenen Jahrzehnten wurden in Europa acht größere Ausbrüche bei Geflügel
beobachtet. Übertragen wird die Geflügelpest durch bestimmte Influenzaviren (=
Grippeviren). Daher kommt auch die umgangssprachliche Bezeichnung
"Vogelgrippe". Je nach Virustyp kommt es zu milderen oder schwereren
Erkrankungen bei Vögeln. Bei manchen Viren beträgt die Sterblichkeit der
erkrankten Vögel fast 100%.
Seltener kann diese Krankheit auch auf Säugetiere oder Menschen übertragen
werden und zu einem grippeähnlichen Krankheitsbild führen.
International und wissenschaftlich wird diese Krankheit als "aviäre
Influenza" bezeichnet.
3. Was ist aviäre
Influenza?
Aviäre Influenza ist die wissenschaftliche und internationale Bezeichnung für
Vogelgrippe.
4. Wie wird
die Vogelgrippe übertragen?
Vögel scheiden das Vogelgrippe-Virus – in diesem Fall Influenza A/H5N1 –
mit dem Kot aus und übertragen die Krankheit so auf andere Vögel. Bei der Übertragung
auf den Menschen stellen das Einatmen von mit dem Vogelgrippevirus
verunreinigten Staubpartikeln oder eine mangelnde Händehygiene nach Kontakt mit
verseuchten Tieren, deren Federn oder Fleisch vermutlich die hauptsächlichen Übertragungswege
dar.
5. Wie kann
man sich mit Vogelgrippe anstecken? Wer kann sich mit Vogelgrippe anstecken?
Menschen können sich in aller Regel nur sehr schwer mit Vogel-Influenzaviren
anstecken. Da es sich in erster Linie um eine Vogelkrankheit handelt, wird die
Krankheit von kranken (oder auch bereits verstorbenen) Vögeln auf andere Vögel
mit deren Ausscheidungen (Kot) übertragen. Soweit bekannt, hatten alle bisher
erkrankten Menschen direkten Kontakt zu infiziertem bzw. erkranktem Geflügel
oder deren Federn etc. Aus diesem Grund sind auch in erster Linie Geflügelhalter,
Tierärzte und Menschen anderer Berufsgruppen gefährdet, die häufigen und
direkten Kontakt zu Geflügel oder anderen lebenden oder toten Hühnervögeln
haben.
6. In welchen
Ländern gibt es die Vogelgrippe?
Die zur Zeit verbreitete Form der Vogelgrippe durch das Influenza A/H5N1-Virus
ist seit Ende des Jahres 2003 hauptsächlich in Asien aufgetreten. Seit Herbst
2005 wurden auch Infektionen bei Vögeln in einigen süd- und osteuropäischen Ländern
bekannt. Anfang des Jahres 2006 sind die ersten menschlichen Erkrankungen in der
Türkei aufgetreten. Eine aktuelle Übersicht über die Länder, in denen das
Vogelgrippevirus Influenza A/H5N1 nachgewiesen wurde, zeigt eine Internetseite
der Europäischen Union.
7. Wie wird
die Vogelgrippe diagnostiziert?
Der Verdacht auf eine Erkrankung durch das Vogelgrippevirus besteht bei
Menschen, die sich a) in Regionen aufgehalten haben, in denen es nachweislich
Vogelgrippe-Erkrankungen gibt, die b) Kontakt zu infiziertem oder erkrankten Vögeln
hatten und c) die entsprechenden klinischen Symptome (siehe Krankheitsbild)
aufweisen. Mit Hilfe eines Schnelltestes kann dann zunächst geprüft werden, ob
es sich um eine Infektion mit einem Influenza A-Virus handelt. Zur Bestätigung,
ob es sich tatsächlich um das die Vogelgrippe verursachende Virus Influenza
A/H5N1 handelt, werden dann weitere Laboruntersuchungen vor Ort und in
Speziallaboren durchgeführt.
8. Zu welchem
Krankheitsbild führt eine Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus?
Eine Ansteckung mit dem Influenza A/H5N1-Virus, dem sogenannten
Vogelgrippe-Virus, führt zu einem Krankheitsbild, das einer Grippe (Influenza)
sehr ähnlich ist. Im Vordergrund stehen hohes Fieber, Husten, Atembeschwerden (Dyspnoe)
und Halsschmerzen. Kennzeichnend ist, dass diese Beschwerden sehr plötzlich
einsetzen und von einem schweren Krankheitsgefühl begleitet werden. Daneben können
Muskel-, Glieder- und Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit
und Erbrechen auftreten. Bei einem Teil der Erkrankten kann es zu schweren
Krankheitsverläufen mit Lungenentzündung (Viruspneumonie), Lungenversagen,
Multiorganversagen und tödlichen Verläufen kommen.
9. Wie wird
eine Erkrankung behandelt?
Eine Erkrankung an aviärer Influenza (Vogelgrippe) kann mit so genannten
Neuraminidasehemmern, wie Oseltamivir und Zanamivir behandelt werden. Diese
Medikamente sollen verhindern, dass sich das Virus im Körper ausbreitet und so
den Verlauf der Erkrankung mildern. Oseltamivir und Zanamivir sollten unter ärztlicher
Aufsicht bzw. im Krankenhaus verabreicht und möglichst bald nach Einsetzen der
Beschwerden und Bestätigung der Diagnose, möglichst innerhalb der ersten 48
Sunden, eingenommen werden. Daneben wird symptomatisch, z.B. mit Mitteln gegen
Fieber, Schmerzen, Husten oder Kreislaufprobleme behandelt.
10. Wie gefährlich
ist die Vogelgrippe?
Die Vogelgrippe ist eine vor allem für Hühnervögel (Hühner, Puten,
Fasane u.a.) gefährliche Krankheit. In Einzelfällen kann es auch zu einer Übertragung
der aviären Influenzaviren auf Säugetiere und den Menschen kommen. Dies setzt
jedoch einen engen Kontakt zwischen einem infizierten bzw. erkrankten Vogel und
Tier bzw. Mensch voraus. Deshalb besteht das größte Ansteckungsrisiko für
Menschen, die beruflichen Kontakt zu Geflügel haben oder Geflügelhalter sind.
Aus Südostasien und der Türkei sind im Verlauf von mehr als zwei Jahren ca.
160 menschliche Infektionen gemeldet worden (Stand 15.01.2006). In Südostasien
ist etwa die Hälfte der an Vogelgrippe Erkrankten an der Infektion gestorben.
Bei den kürzlich aus der Türkei bekannt gewordenen Erkrankungen scheint der
Verlauf etwas weniger schwer zu sein. Aktuelle Erkrankungszahlen werden regelmäßig
von der Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlicht.
11. Kann man
sich gegen die Vogelgrippe impfen lassen?
Nein. Der normale Influenza-Impfstoff zur Vorbeugung der menschlichen saisonalen
Grippe schützt nicht vor der Vogelgrippe (aviären Influenza).
Trotzdem ist eine Influenzaimpfung zu empfehlen - insbesondere auch bei einem
geplanten Aufenthalt in Regionen in denen das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen
wurde.
Damit kann in den meisten Fällen eine Grippeerkrankung vermieden werden, die
bei Aufenthalt in von Vogelgrippe betroffenen Ländern oder bei Rückkehr nach
Deutschland fälschlicherweise mit einer Vogelgrippe verwechselt werden könnte.
Darüber hinaus ist es wichtig, eine gleichzeitige Infektion mit menschlichen
und tierischen Influenza-Viren zu verhindern, um damit der Entwicklung eines
neuen, sich möglicherweise weltweit ausbreitenden Influenza-Virus
entgegenzuwirken.
An einem neuen, auch gegen Vogelgrippe wirksamen Impfstoff für den Menschen
wird intensiv gearbeitet.
12. Wie kann
ich mich vor einer Ansteckung schützen?
Bei Aufenthalt in von Vogelgrippe-Ausbrüchen betroffenen Ländern oder Regionen
besteht die wichtigste Vorbeugemaßnahme darin, Kontakt zu lebendem oder totem
Geflügel zu vermeiden. Insbesondere sollten keine Vogel- oder Geflügelmärkte
besucht werden.
Das Virus wird durch Erhitzen bei mindestens 70°C abgetötet. Diese Temperatur
muss beim Kochen oder Braten im Innern des Fleisches oder des Eies erreicht
werden. Nach heutigem Wissensstand ist der Verzehr von so zubereiteten Geflügelgerichten
und Eiern unbedenklich. Die Möglichkeit einer Übertragung durch rohe Geflügelprodukte
wird vermutet. Generell wird bei Aufenthalt in Ländern mit Vogelgrippe als
Vorsichtsmaßnahme eine gründliche Händehygiene empfohlen.
Eine Mitnahme des Medikaments Oseltamivir wird für den normalen Reisenden
gegenwärtig nicht empfohlen.
Aktuelle Hinweise für Reisende und spezielle Empfehlungen bei längerem,
beruflichem Aufenthalt in betroffenen Ländern finden Sie auf den Seiten des
Auswärtigen Amtes.
13. Kann ich
bedenkenlos Geflügelprodukte essen?
Es wurden Maßnahmen
erlassen, um die Gefahr eines Ein- und Verschleppens des Vogelgrippe-Virus über
Lebensmittel oder Geflügel aus von Vogelgrippe betroffenen Ländern zu
minimieren. Unter Beachtung der üblichen hygienischen Maßnahmen wie sorgfältige
Reinigung der Arbeitsmittel vor und nach der Zubereitung der Speisen und gutes
Durchgaren von Eiern und Geflügel, können diese Lebensmittel ohne Einschränkungen,
gekauft und verzehrt werden. Influenzaviren werden durch Kochen bzw. längeres
Erhitzen (mindestens 30 min) mit Temperaturen über 70°C inaktiviert, so
dass bei gut durchgegarten Speisen oder Geflügelprodukten keine
Infektionsgefahr besteht.
Grundsätzlich kann eine Übertragung des Erregers über infizierte Lebensmittel
jedoch nicht ausgeschlossen werden, so dass bei Reisen in von Vogelgrippe
betroffene Länder oder Regionen insbesondere auf rohe Geflügelprodukte
verzichtet werden sollte. Weitere Hinweise finden Sie auf den Seiten des
Bundesamtes für Risikobewertung BfR.
14. Was ist
bei Auslandsreisen zu beachten?
Derzeit gibt es keine Warnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für
Reisende. Reisende sollten in den von Vogelgrippe-Ausbrüchen betroffenen Ländern
Tiermärkte und Geflügelfarmen meiden, da die größte Gefahr von den
Ausscheidungen der erkrankten Tiere ausgeht. Bei gut durchgegarten Speisen oder
Geflügelprodukten (das Fleisch darf nicht mehr rosa sein) besteht keine
Infektionsgefahr. Aktuelle Informationen für Reisende sind auf den Seiten des
Auswärtigen Amtes einzusehen.
15. Was
bedeutet H5N1?
Das Influenza A/H5N1-Virus ist ein ganz bestimmtes unter einer ganzen Reihe von
Influenza- bzw. Grippeviren.
Aufgrund unterschiedlicher molekularer und serologischer Eigenschaften werden
Influenza- bzw. Grippeviren vom Typ A, B und C unterschieden. Insbesondere der
Influenzavirustyp A kann zu seuchenhaften Erkrankungen bei Menschen und Tieren führen.
Grippeviren vom Typ A enthalten auf ihrer Oberfläche bestimmte Eiweiße, die
als Hämagglutitin und Neuramidase bezeichnet werden. Bisher kennt man 16
verschiedene H- und 9 verschiedene N- Subtypen. Das die Vogelgrippe
verursachende Virus trägt auf seiner Außenhülle das Hämagglutinin H 5 und
die Neuramidase N 1 und wird deshalb als H5N1-Virus bezeichnet.
Quelle: NLGA
Den Aufbau einer Dekon-Schleuse übte die Kreisfeuerwehr Göttingen Anfang März in der Fahrzeughalle der Berufsfeuerwehr Göttingen. Hier einige Fotos der Veranstaltung.




