
"Frauen am Zug" (20.09.2007)
„Nicht mit der Hälfte des Teams auf der Ersatzbank spielen“
Freiwillige Feuerwehren in Stadt und Landkreis Göttingen werben für mehr Frauen
Sie schneiden Verletzte aus Autowracks, löschen Wohnungs- und Waldbrände, dichten Leckagen bei Chemikalientransportern ab und kommen bei Sturm- und Unwetterschäden zum Einsatz: Das Einsatzspektrum der Freiwilligen Feuerwehren in Stadt und Landkreis Göttingen ist groß. Fast 5000 Menschen sind hier 24 Stunden am Tag für ihre Mitmenschen aktiv – davon sind ca. 400 Frauen.
„Wir möchten verstärkt weibliche Mitglieder gewinnen, da diese wertvolle Fähigkeiten wie Teamfähigkeit und Belastbarkeit für den Dienst in der Feuerwehr mitbringen. Wer die Frauen außen vor lässt, spielt mit der Hälfte des Teams auf der Ersatzbank!“, erklärt Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen. „Noch sind Frauen in diesem anspruchsvollen Ehrenamt unterrepräsentiert, doch die Zahlen in unserem Landkreis steigen stetig. Vor allem aus der Jugendfeuerwehr treten viele junge Frauen in die Einsatzabteilungen über," erläutert Sabine Steylaers, Kreisfrauensprecherin der Feuerwehren.
„Frauen am Zug“ lautet das Motto der bundesweiten Werbekampagne für mehr weibliche Ehrenamtliche in den Freiwilligen Feuerwehren. Ironisch-charmante Slogans wie „Frauen sind Katastrophen [gewachsen]“ oder „Frauen an den [Brand]-Herd“ ironisieren Vorurteile gegen den Dienst von Frauen in der Feuerwehr; zudem sollen sie das Interesse an den vielfältigen Aufgaben der Feuerwehr wecken. Der Kreisfeuerwehrverband Göttingen beteiligt sich mit zahlreichen Aktionen: „Jedes Jahr gibt es ein Seminar für Feuerwehrfrauen im Feuerwehrzentrum Potzwenden, bei dem interessierte Feuerwehrfrauen in die drei technischen Lehrgänge hineinschnuppern können, die hier angeboten werden," sagt Steylaers.
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.frauen-am-zug.de.

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Fotos: Stefan Rampfel