Jugendarbeit für die (blaue) Tonne? (22.02.2008)


Altpapier wandert zukünftig in die Tonne, auch die Jugendgruppen?

In vielen Göttinger Stadtteilen holen Jugendfeuerwehren und Jugendgruppen von Vereinen gesammeltes Altpapier direkt vor der Haustür ab. Für die Bürger ist dies praktisch, für die engagierten Jugendlichen eine wichtige Einnahmequelle. Von dem Geld werden Ausbildungen und Ausflüge organisiert und Ausbildungsmaterial beschafft. Allein durch Spenden ist es nicht möglich, den Jugendlichen ein attraktives Programm zu bieten.

 Die Stadt Göttingen plant nun, an alle Haushalte blaue Tonnen zu verteilen, in denen die Bürger ihr Altpapier entsorgen können. Zwar sollen die Vereine und Jugendgruppen weiterhin Altpapier sammeln, allerdings liegt die Befürchtung nahe, dass viele Bürger aus Bequemlichkeit und Unwissen über die Wichtigkeit der Altpapiersammlungen auf die Tonnen ausweichen werden. Damit würde eine wichtige Einnahmequelle für die Jugendgruppen wegfallen. "Die Auswirkungen auf die Jugendarbeit in Göttingen werden gewiss nicht vorteilhaft ausfallen", sagt Mike Oppong, Jugendwart der Feuerwehr Stadtmitte. Er sammelt mit seinen Jugendlichen und der Hilfe einiger aktiver Kameraden alle zwei Monate das Altpapier im Göttinger Ostviertel.

"Der soziale Aspekt fällt komplett weg", sagt auch Thorsten Geisler, Ortsbrandmeister der Feuerwehr Herberhausen. Seit über 20 Jahren führt die Herberhäuser Jugendfeuerwehr im Ortsteil ebenfalls alle zwei Monate die Altpapiersammlung durch. "Die Sammlungen sind zudem eine wichtige erzieherische Maßnahme zum Umweltbewusstsein und tragen nicht zuletzt zur Kameradschaft bei", so Geisler.

Am Dienstag, 26. Februar 2008, soll um 17 Uhr im Neuen Rathaus (Raum 118) das neue Konzept durch den Werksausschuss Umweltdienste vorgestellt werden, um 11 Uhr findet ein Pressegespräch bei der Stadtreinigung Göttingen statt. Die Jugendfeuerwehren hoffen, dass der Rat der Stadt Göttingen zu diesem Thema die richtige Entscheidung trifft und dabei auch im Sinne der Jugendlichen handelt. Vorerst werden die Jugendgruppen und Vereine ihre Altpapiersammlungen fortsetzen. "Wir hoffen dabei weiterhin auf die Unterstützung der Mitbürger, indem sie das Altpapier den sammelnden Jugendlichen überlassen", so Mertens. Die Altpapiersammlungen der Jugendgruppen werden durch Handzettel bekannt gegeben.

 

Die Altpapiersammlungen machen nicht nur Spaß, ...

 

... sie dienen auch der Umwelterziehung und finanzieren wichtige Jugendprojekte.

 

 

 

Text: Magnus Mertens, Stefan Rampfel, Fotos: Stefan Rampfel

 

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