Waldbrandgefahr steigt (09.05.2008)


Pfingsten steht mit prognostiziertem Spitzenwetter vor der Tür, Ausflügler werden Wälder und Felder bevölkern und sich am erfrischenden Anblick des jungen Laubs an den Bäumen erfreuen. Grund genug, angesichts ausgetrockneter Böden vor einer extremen Waldbrandgefahr zu warnen. Die nicht übermäßig heiße Witterung lässt viele Menschen weitgehend arglos auf die Wälder blicken. Tatsächlich aber sorgen der anhaltende Niederschlagsmangel, die vielerorts noch nicht überwachsenen Reste trockenen Grases aus dem Vorjahr sowie Sonnenschein und Wind der letzten Tage für eine bereits sehr kritische Gefährdungslage. Zudem lassen die Wetterprognosen nicht erwarten, dass sich daran in nächster Zeit etwas ändert. Bitte beachten Sie die Vorschrift, dass von März bis Oktober überall im Wald das Rauchen verboten ist. Schon eine einzige achtlos weggeworfene Zigarettenkippe kann bei der gegenwärtigen Trockenheit binnen kurzem einen katastrophalen Waldbrand auslösen. Auch das Auto sollte nicht mit Katalysator auf trockenes Gras gestellt werden.

Auch beim Benutzen von Grillhütten, tragbaren und Einweg-Grills sowie anderen stationären Feuerstellen im Wald muss jetzt mehr denn je darauf geachtet werden, dass Funkenflug vermieden wird. Weht dann noch der Wind, können die Folgen solcher Unachtsamkeiten verheerend sein. Ähnliches gilt natürlich auch für alle Raucher unter den Autofahrern, die die Reste ihrer Glimmstengel oft illegal aus dem Fahrzeugfenster entsorgen. Die durch den Fahrtwind angeheizte Glut schlägt im trockenen Gras dann „wie eine Brandbombe“ ein.
 
Während der Waldbrandsaison (März bis Oktober) stellt der Deutsche Wetterdienst täglich aktualisierte Waldbrandgefahrenprognosen für Deutschland bereit. Die Berechnung der Waldbrandgefahr erfolgt auf der Basis des M-68-Modells. Die Gefährdungsklassifikation umfasst 5 Stufen (1 = sehr geringe Gefahr bis 5 = sehr hohe Gefahr). Während in Südniedersachsen am Freitag noch Gefährdungsstufe 3 (= mittlere Gefahr) herrschte, gilt ab Samstag (10. Mai) bereits Stufe 4 (= hohe Gefahr).  

 Ebenfalls interessant ist der so genannte Grasland-Feuerindex (GLFI). Dieser Index beschreibt die Feuergefährdung von offenen, nicht abgeschatteten Geländes mit abgestorbener Grasauflage. Hier liegt die Gefährdungsstufe für Südniedersachsen derzeit bei 4 (= hohe Gefahr). Hier wird häufig ein höheres Feuerrisiko als beim Waldbrandindex angezeigt, da unter Freilandbedingungen Strahlung und Wind einen stärkeren Einfluss auf die Verdunstung und damit auf den Wassergehalt der toten Biomasse besitzen.

 

Waldbrandgefahrenindex Grasland-Feuerindex

Links: 

Waldbrandgefahrenindex für Göttingen

Grasland-Feuerindex für Göttingen

Brand eines Getreidefeldes am 04.08.2003 bei Bovenden

 

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