
CSA-Ausbildung in Göttingen
14 Mitglieder des Gefahrstoffzuges der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Göttingen vertiefen ihre Kenntnisse in einem Seminar bei der Berufsfeuerwehr
Ein neuer Weg wird derzeit bei der Zusammenarbeit zwischen Berufsfeuerwehr und
den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Göttingen beschritten. Gerade bei
Gefahrgutunfällen wird jede Einsatzkraft benötigt.
Um für den Ernstfall daher gerüstet zu sein, müssen auch die Mitglieder der
Freiwilligen Feuerwehren auf dem neusten Kenntnisstand sein sowie mit der
modernsten Technik umgehen können. Daher wurde in einer Teamarbeit von
Stadtbrandmeister und zur Zeit noch Stadtausbildungsleiter Heimo Schaub vom
Kommando der Freiwilligen Feuerwehren und dem Kameraden Detlef Kuchenbuch von
der Berufsfeuerwehr Göttingen ein Ausbildungskonzept erarbeitet. „Wir möchten
versuchen, die freiwilligen Einsatzkräfte in der Gefahrstoffausbildung sowie
beim Arbeiten unter CSA (Chemikalienschutzanzug) so nah wie möglich an den Ausbildungsstand der
Berufsfeuerwehr heranzubringen. Dieser Einstiegslehrgang - Atemschutzgeräteträger
Teil II/Seminar CSA - so der Name des Lehrgangs, ist der erste Versuch dieses
zu verwirklichen“, so Heimo Schaub.
Bereits im letzten Jahr durchliefen die ersten 17 Teilnehmer das jetzt wieder
stattfindende Seminar.
Nach einigen Stunden reiner Theorie ging es an einem kompletten Samstag mit
Unterstützung der Wachabteilung 3 der Berufsfeuerwehr zur Praxis über. Trotz zahlreicher
Einsätze stockte die Ausbildung nie. Der Vormittag stand nochmals im Zeichen der
Theorie. In einer Stationsausbildung wurde das theoretische Wissen an den
Gerätschaften vertieft. So galt es die verschiedenen Arten von Messgräten zu
beherrschen, das Anlegen und die Gewöhnung der Chemieschutzanzüge zu üben und
sich über den komplett aufgebauten Dekon-Platz zu informieren.
Am Nachmittag wurde das theoretische Wissen in die Praxis umgesetzt. Die Ausbilder hatten sich hierzu eine kleine Übung ausgedacht. Hier konnten die Einsatzkräfte, aufgeteilt in 3er-Trupps ihr erlerntes Können zeigen. Da es sich um einen fingierten Gefahrgutunfall handelte, wurden zuerst die CSA angelegt, damit die Einsatzkräfte sich in der Nähe des Lkw nicht in selbst in Gefahr brachten. Der auf der Ladefläche auslaufende Gefahrstoff (angenommen wurde hier Ammoniak (gekennzeichnet mit roter Warntafel - Stoff 68/1005) musste erkannt und das Leck abgedichtet werden. Hierzu musste der jeweilige Trupp einen Schieber in die Leckage einbauen. Unter den behäbigen Schutzanzügen wahrlich keine leichte Aufgabe mit Schrauben, Muttern und Schraubenschlüsseln zu arbeiten. Nach dem das Leck abgedichtet war, wurden die Trupps durch den Dekon-Platz des Gefahrstoffzuges der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Göttingen geführt. Auch hier wurde unter strenger Übungsvorgabe so dekontaminiert, wie man es gelernt hatte.
Zum Abschluss des Seminars waren alle Verantwortlichen zufrieden mit dem
Erreichten. Man ist sich sicher, hier den richtigen Schritt in die richtige
Richtung getan zu haben, auch wenn hier und da noch eine Feinabstimmung erfolgen
muss. Fazit: Die Göttinger Feuerwehren sind für den Ernstfall, der hoffentlich
niemals eintreten wird, gerüstet.
Text, Fotos: Thomas Kleinhans