Übung: Eisrettung auf dem Seeburger See


Der Seeburger See, bekannt über die Grenzen des Landkreises Göttingen hinaus, liegt im östlichen Teil des Landkreises, südlich der Bundesstraße 27 (Direktverbindung von der A7 in den Harz. Der Abschnittsleiter für den Bereich Ost der Kreisfeuerwehr Göttingen, Heinrich Marx, hatte sich den richtigen Tag für seine Alarmübung ausgesucht. Bei strahlendem Sonnenschein waren bereits am Sonntag, 11. Januar, viele Menschen auf dem Eis des Seeburger Sees. Nach Aussage von Marx ein prima Objekt für diese Übung. Denn unter der Eisfläche des Seeburger Sees bilden sich durch den Durchfluss der Aue an einigen Stellen Luftblasen. Gerade hier kann manchmal das Eis nicht die benötigte Dicke haben, instabil wirken und damit durchaus zur Todesfalle werden. Einer der Gründe, warum das Betreten der Eisfläche auf dem Seeburger See nie offiziell freigegeben wird. Die Übung diente auch dazu, den Menschen, die sich sorglos an diesem Tag auf dem Eis tummelten, zeigen zu können, wie gefährlich zugefrorene Gewässer sein können.

Um 11.42 Uhr wurde die Leitstelle der Feuerwehr Göttingen durch eine Passantin per Handy über das „Unglück“ informiert. Kurz danach wurden die für den Seeburger See zuständigen Feuerwehren Seeburg, Bernshausen und Seulingen, die von dieser Übung absolut nichts wussten, über Sirenen und Funkmeldeempfänger alarmiert. Zusätzlich wurden noch der Rüstwagen und eine Löschgruppe der Feuerwehr Gieboldehausen sowie die DLRG in Marsch gesetzt. Die Feuerwehr Seeburg, am westlichen Ufer, und Bernshausen gegenüber an der Ostseite, halten für die Eisrettung eine spezielle Ausrüstung vor. Je Ortsfeuerwehr besteht diese aus zwei Kälteschutzanzügen (auch Überlebensanzüge genannt) und einem Rettungsschlitten. Die Feuerwehr Seeburg besitzt zusätzlich noch ein Schlauchboot mit kombiniertem Rettungsschlitten. Die Kameraden dieser Feuerwehren wurden für solche Eisrettungen speziell geschult und ausgebildet. Bereits um 11.53 Uhr war der erste Feuerwehrmann bei dem „Einbruchsopfer“. Dieser wurde von einem DLRG-Mitglied, der durch einen Neopren-Anzug geschützt war, gespielt. Nur drei Minuten später wurde der Mann über die Eiskante gezogen und auf den Rettungsschlitten gelegt. Dann ging es ans Ufer zum bereitstehenden Rettungswagen. Im Laufe der Übung wurde noch die verschiedensten Arten einer Eisrettung an dem extra für diesen Zweck ausgesägtem Loch ausprobiert.

Zusätzlich hatte Heinrich Marx auch die Tauchergruppe der Feuerwehrbereitschaft IV des Landkreises Northeim mit in die Übung eingebunden. Mit insgesamt acht Tauchern und fünf Fahrzeugen hatten sich die Northeimer Kameraden an der Übung beteiligt. Zwei der Taucher machten sich auf die Suche nach „vermissten“ Personen unter dem Eis. Die über 50 Einsatzkräfte lockten an diesem Mittag natürlich die Menschen an, so dass rund hundert Schaulustige das Szenario beobachteten. Da blieb es natürlich auch nicht aus, dass das Eis zeitweise ganz schön bedrohlich unter den Füßen knackte. „Wir möchten versuchen, die Menschen in solchen Situationen zu sensibilisieren, warnen, abschrecken und gleichzeitig zu beraten“, so der Abschnittsleiter. Marx war mit dem Verlauf der Übung hoch zufrieden.

 

"Eingebrochen": Ein DLRG-Mitglied mimt das Opfer, im Hintergrund eilen die Retter herbei.

 

 

Schnell ist ein Feuerwehrmann im Wasser und sichert die Person.

 

 

Mit einem Rettungsschlitten wird die Person zum Ufer gezogen.

 

 

Tauchereinsatz

 

Zugefroren: Das Auge des Eichsfelds - der Seeburger See - aus der Luft

 

viele Menschen auf dem Eis

Text: Thomas Kleinhans; Fotos: Thomas Kleinhans (9), Stefan Rampfel (3)

 

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