Zwei tödliche Verkehrsunfälle innerhalb kurzer Zeit (21.01.2008)


Lenglern: Pkw prallt unter Autokran -
Güntersen: 21-Jähriger verunglückt

Jede Hilfe zu spät kam für den 34-jährigen Fahrer eines VW Corrado aus Adelebsen, der am Montag Morgen gegen 8 Uhr auf der Ortsumgehung von Lenglern frontal gegen einen 60-Tonnen-Autokran prallte. Um kurz nach 8 Uhr wurden zunächst die Berufsfeuerwehr Göttingen mit dem Rüstzug, die Uniwache sowie die Ortsfeuerwehr Holtensen alarmiert, weil davon ausgegangen wurde, dass sich die Unfallstelle auf der neuen Umgehungsstraße von Holtensen befindet. Nach kurzer Zeit stellte sich jedoch heraus, dass der Unfallort auf der Ortsumgehung von Lenglern ist. Daraufhin wurden die Feuerwehren Lenglern und Bovenden nachalarmiert, weil sich der neue Einsatzort in der Gemeinde Bovenden befindet. Der Rüstzug der Berufsfeuerwehr und die Feuerwehr Holtensen fahren weiterhin an. Noch während der Anfahrt wird ein weiterer Autokran alarmiert, um den ersten gegebenenfalls anzuheben. Die Feuerwehr Bovenden und die Uniwache konnten die Einsatzfahrt abbrechen.

An der Unfallstelle bietet sich den Einsatzkräften ein schreckliches Bild. Der Pkw befindet sich komplett unter dem tonnenschweren Autokran. Mit Hilfe der eigenen Stützen wird der Kran nach oben gehoben. So kann sich der Notarzt des Göttinger Rettungshubschraubers Christoph 44 ein Bild der eingeklemmten Person machen. Er kann jedoch nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen. Die Feuerwehr stellte den Brandschutz sicher und streute ausgelaufene Betriebsstoffe ab.

Zeugenaussagen zufolge überholte der aus Richtung Adelebsen kommende Pkw kurz vor der ersten Abzweigung nach Lenglern mit vermutlich weit überhöhter Geschwindigkeit einen vor ihm fahrenden Pkw. Dabei verlor der 34-Jährige die Kontrolle über seinen Wagen. Der Corrado überfuhr eine im Einmündungsbereich vorhandene Mittelinsel und prallte frontal mit dem entgegenkommenden Kranwagen einer Göttinger Firma zusammen. Der Kranwagenfahrer blieb bei dem Crash unverletzt. Insgesamt waren rund 30 Einsatzkräfte vor Ort. Die Landesstraße blieb bis 12 Uhr voll gesperrt. Erst am Sonntag kam es zu zwei Unfällen auf der Umgehungsstraße von Lenglern.

Zweiter Unfall: 21-jähriger stirbt

Nur wenige Stunden vor diesem schweren Verkehrsunfall ist in der Nacht auf der Landesstraße 559 zwischen Adelebsen und Güntersen bei einem weiteren schweren Unfall ein 21 Jahre alter Autofahrer aus Güntersen getötet worden. Wie die Polizei mitteilt, befuhr der junge Mann mit seinem VW Golf die Straße in Richtung Güntersen, als er in einer lang gezogenen Linkskurve in Höhe der Zufahrt zur Grefenburg nach rechts auf den Grünstreifen geriet. Der Pkw fuhr rund 20 Meter weiter über den Grünstreifen, bevor er gegen einen Grabendurchlass prallte und anschließend gegen einen Baum geschleudert wurde. Durch die Wucht des Aufpralls brach der Baum in der Mitte durch. Der Golf kam nach ca. 25 Metern in einer sechs Meter tiefen Senke zum Stehen. Der 21 Jahre alte Fahrer wurde aus dem Wagen heraus geschleudert. Er verstarb noch an der Unfallstelle. Im Einsatz waren die Feuerwehren Adelebsen und Barterode.

Polizei und Rettungskräfte betroffen von tragischem Geschehen

   Mit Betroffenheit haben Polizei und Rettungskräfte die zwei schweren Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang innerhalb weniger Stunden zur Kenntnis genommen. In beiden Fällen bleiben Angehörige zurück, die sich fragen, ob die Ereignisse hätten vermieden werden können. Die Verantwortlichen der Polizeiinspektion Göttingen beschäftigt vor allem die Frage nach den Ursachen.

"Die ersten Untersuchungen zu den Unfallursachen ergeben, dass sich die Häufung von zwei tödlichen Unfällen an einem Tag als ein purer Zufall darstellt. Es liegt allerdings die Vermutung nahe, dass in beiden Fällen die Geschwindigkeit den nassen Straßenverhältnissen nicht angepasst war und in einem Fall der Sicherheitsgurt nicht genutzt wurde. Unser Appell richtet sich daher an alle Fahrzeugführer, die Geschwindigkeit den Witterungs- und Straßenverhältnissen anzupassen sowie den Sicherheitsgurt immer anzulegen, um sich und den Familien Leid und Schmerz zu ersparen", sagt Polizeioberrat Gerd Hujahn, Leiter Einsatz der PI Göttingen.

"Es ist beim derzeitigen Ermittlungsstand noch zu früh, abschließend Stellung zu nehmen. Die Polizeiinspektion Göttingen schaut für 2007 auf eines ihrer erfolgreichsten Jahre in der Verkehrssicherheitsarbeit zurück. Auch wenn die genauen Zahlen der Unfallstatistik erst Mitte Februar vorliegen, kann schon jetzt gesagt werden, dass die verschiedenen Träger der Verkehrssicherheitsarbeit gute Arbeit geleistet haben."


Erste Lage: Der Pkw steckt komplett unter dem Autokran

 

 

 

Durch die eigenen Stützen wird der Kran nach oben gehievt.

 

 

Der Zusammenstoß ereignete sich hinter der Verkehrsinsel.

 

Die Feuerwehr stellte den Brandschutz sicher.

 

 

Die Polizei vermisst die Unfallstelle.

 

Fotos: Stefan Rampfel

 

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