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Region: Landkreis Göttingen Themen: Feuerwehr · Brandschutz · Verkehr

Kurioses aus dem Feuerwehralltag und dem Netz der 2000er

Stand: 12. Juli 2026 Redaktion kfv-goe.de

Wer viel mit Unfällen, Bränden und Pannen zu tun hat, entwickelt einen eigenen Humor. Auf den Seiten der Feuerwehren im Landkreis Göttingen sammelte sich über die Jahre deshalb nicht nur Ernstes wie die Einsatzberichte des Verbandsgebiets, sondern auch eine kleine Kuriositätenkammer. Zwei Stücke daraus haben es verdient, erhalten zu bleiben: eine eBay-Auktion, die 2004 in der Region für Gelächter sorgte, und eine Fotosammlung, wie sie damals in jedem E-Mail-Postfach landete.

"Sie hat es getötet": Die Audi-Auktion von 2004

Im Mai 2004 stellte ein Verkäufer aus dem Raum Kassel und Göttingen einen Audi 100 2.0E, Baujahr 1988, bei eBay ein. Startpreis: ein Euro. Der Titel der Auktion: "Sie hat es getötet!!!". Was folgte, war keine nüchterne Fahrzeugbeschreibung, sondern eine seitenlange Familienchronik der Blechschäden.

Der Wagen, 1997 zur Geburt der ersten Tochter angeschafft, hatte demnach ein hartes Leben hinter sich: eine Beule in der Fahrertür von einer missglückten Probefahrt im Jahr 1998, eine weitere von einem Begrenzungsstein, der angeblich "früher nie so hoch war", ein Auffahrunfall beim Rückwärtsfahren, ein verschwiegener Parkrempler auf dem Aldi-Parkplatz und schließlich, am Tag der Einträgstellung, der finale Treffer in der eigenen Grundstückseinfahrt. "Der Einfahrt geht es gut. Unser Auto ist aufgeschlitzt", hielt der Verkäufer fest. Sogar eine Strafzettel-Bilanz über drei Jahre lieferte er mit.

Die Ehefrau des Verkäufers kam in dem Text erwartungsgemäß schlecht weg; der Spott über "Frauen am Steuer" war das Grundrauschen dieser Humor-Gattung. Aus heutiger Sicht wirkt das Klischee reichlich angestaubt. Als Zeitdokument funktioniert die Auktion trotzdem: Solche erzählten Artikelbeschreibungen wurden damals tausendfach weitergeleitet und machten aus einem Schrottauto ein kleines Internet-Ereignis. Bei 23 Geboten stand der tote Audi drei Tage vor Auktionsende bereits bei 478 Euro. Selbst eine Leserin meldete sich in den Nachträgen zu Wort und empfahl trocken, den "an der Losbude gewonnenen Führerschein einzurahmen", schob aber hinterher, dass auch Männer genug Autos ruinieren.

Wie es damals überhaupt zu solchen Fundstücken kam, beleuchtet der Rückblick auf die eBay-Kuriositäten der 2000er Jahre ausführlicher.


Fundstücke aus dem Netz der 2000er

Die folgende Galerie stammt aus derselben Ära. Die Bilder kursierten ab etwa 2000 als E-Mail-Anhänge und über Witzseiten wie das damals bekannte Portal "frau-am-steuer.de", dessen Schriftzug auf den meisten Fotos prangt. Fotomontagen, Schnappschüsse und Fundstücke vom Straßenrand, zusammengeworfen ohne Quellenangabe, so funktionierte Internet-Humor vor den sozialen Netzwerken. Die Pointen zielten fast immer auf das Klischee der parkenden Frau; das sagt rückblickend mehr über die Zeit aus als über das Fahrkönnen. Hier stehen die Bilder als das, was sie heute sind: eine Zeitkapsel.

Fotomontage aus den 2000ern: Staubsauger mit montiertem Motorradlenker und Scheinwerfer im Wohnzimmer
Fundstück aus dem Netz der 2000er: ein Staubsauger, zum "Motorrad" umgebaut. Die Montage gehörte zu den meistverschickten Scherzbildern ihrer Zeit.
Rollerfahrerin mit Helm vor einer Wiese, Schnappschuss von einer Witzseite der 2000er
Fundstück aus dem Netz der 2000er: Schnappschuss einer Rollerfahrerin, wie ihn Witzseiten damals massenhaft einsammelten.
Blick von oben auf vier parkende Autos, eines steht quer, Scherzbild aus den 2000ern
Fundstück aus dem Netz der 2000er: der Parkplatz-Schnappschuss mit Suchbild-Charakter, ein Dauerbrenner der E-Mail-Weiterleitungen.
Schrottplatz voller ineinander verkeilter Autos, als Kongress-Parkplatz betiteltes Scherzbild
Fundstück aus dem Netz der 2000er: ein Schrottplatz, per Bildunterschrift kurzerhand zum "Kongress-Parkplatz" erklärt.
Limousine in einem Parkhaus zwischen bunt bemalten Waenden, Scherzbild aus den 2000ern
Fundstück aus dem Netz der 2000er: Parkhaus-Szene mit bemalten Wänden, verbreitet als vermeintlicher Beweis fürs Rangieren mit Anlauf.
Pkw haengt zwischen Kaimauer und Sportboot ueber dem Wasser, Foto aus einer E-Mail-Weiterleitung
Fundstück aus dem Netz der 2000er: ein Pkw zwischen Kai und Boot. Ob echt oder gestellt, ließ sich damals wie heute nicht klären.
Umgeknicktes Schild mit der Aufschrift Frauenparkplatz liegt im Gebuesch
Fundstück aus dem Netz der 2000er: das umgefahrene Schild, die wohl simpelste Pointe der ganzen Sammlung.
Kleinwagen steht schraeg mit einem Rad auf dem Bordstein am Strassenrand
Fundstück aus dem Netz der 2000er: geparkt wird, wo Platz ist. Ein Schnappschuss vom Straßenrand beschließt die Galerie.

Dass es im Feuerwehrleben auch abseits des Bildschirms heiter zugehen kann, zeigt übrigens der jährliche Seniorentag der Alters- und Ehrenabteilungen: Dort wird mit der Kübelspritze auf Zielscheiben gespritzt, gekegelt und beim "Saustechen" mit verbundenen Augen hantiert. Humor hat bei den Feuerwehren im Landkreis Göttingen eben Tradition, mit und ohne Internetanschluss.

Häufige Fragen zur Kuriositätensammlung

Woher stammen die Bilder in dieser Galerie?

Aus dem Netz der frühen 2000er Jahre: Die Fotos kursierten damals als E-Mail-Anhänge und über Witzseiten, lange bevor es soziale Netzwerke gab. Die Feuerwehren der Region sammelten solche Fundstücke in einer eigenen Kuriositätenecke.

Was hatte es mit der eBay-Auktion von 2004 auf sich?

Ein Verkäufer aus dem Raum Kassel und Göttingen bot einen Audi 100 mit einer seitenlangen, unfreiwillig komischen Familienchronik der Blechschäden an. Die Auktion wurde tausendfach weitergeleitet und war ein frühes Internet-Ereignis der Region.

Sind die Fotos echt?

Bei vielen lässt sich das nicht mehr klären. Fotomontagen, gestellte Szenen und echte Schnappschüsse liefen damals ungekennzeichnet durcheinander, Quellenangaben gab es praktisch nie. Die Galerie zeigt die Bilder deshalb als das, was sie heute sind: eine Zeitkapsel.

Warum sammelt eine Feuerwehr-Seite solche Kuriositäten?

Wer beruflich oder ehrenamtlich mit Unfällen und Pannen zu tun hat, entwickelt einen eigenen Humor. Neben den ernsten Einsatzberichten gehörte eine heitere Ecke auf den Seiten der Wehren einfach dazu, als Ventil und als Publikumsliebling.

Wie humorvoll geht es bei den Feuerwehren sonst zu?

Durchaus lebhaft: Beim jährlichen Seniorentag der Alters- und Ehrenabteilungen wird mit der Kübelspritze auf Zielscheiben gespritzt und beim "Saustechen" mit verbundenen Augen hantiert. Humor hat bei den Wehren im Landkreis Göttingen Tradition.