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Region: Landkreis Göttingen Themen: Feuerwehr · Brandschutz · Verkehr

Waldbrandgefahr: Verhalten und Vorbeugung im Wald

Stand: 12. Juli 2026 Redaktion kfv-goe.de

Südniedersachsen ist Waldland. Der Göttinger Wald zieht sich östlich an der Stadt entlang, im Südwesten schließt der Kaufunger Wald an, dazu kommen der Bramwald und zahllose kleinere Forsten zwischen Harz und Weser. Genau diese Landschaft macht das Thema Waldbrand hier relevant: Trockene Sommer haben die Gefahr in den vergangenen Jahren auch in Regionen steigen lassen, die sich lange sicher fühlten. Die gute Nachricht: Die meisten Waldbrände lassen sich verhindern, denn nur ein kleiner Teil entsteht auf natürlichem Weg. Der Rest geht auf menschliche Unachtsamkeit oder Absicht zurück.

Der Waldbrandgefahrenindex

Wie hoch die Gefahr aktuell ist, lässt sich täglich nachsehen. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht in der Waldbrandsaison, in der Regel von März bis Oktober, den Waldbrandgefahrenindex. Er reicht von Stufe 1 (sehr geringe Gefahr) bis Stufe 5 (sehr hohe Gefahr) und berechnet sich aus Temperatur, Luftfeuchte, Wind und Niederschlag. Ab Stufe 4 gilt erhöhte Wachsamkeit: Forstämter verstärken die Überwachung, und einzelne Landkreise können Waldgebiete oder Grillplätze sperren. Wer einen Waldspaziergang oder eine Radtour plant, sollte den Index in trockenen Wochen genauso selbstverständlich prüfen wie den Wetterbericht.

Regeln im Wald: Was verboten ist

Die wichtigsten Regeln sind schnell aufgezählt, und sie stehen nicht ohne Grund im Gesetz:

  • Rauchen im Wald ist in Niedersachsen während der Waldbrandsaison von März bis Oktober verboten.
  • Offenes Feuer im Wald und in Waldnähe ist ohne Genehmigung tabu; als Faustregel gelten mindestens 100 Meter Abstand zum Waldrand.
  • Zigarettenreste gehören nie in die Natur und schon gar nicht aus dem Autofenster.
  • Autos nicht auf trockenem Gras oder Waldboden abstellen: Heiße Katalysatoren und Auspuffanlagen können Bodenbewuchs entzünden.
  • Waldzufahrten und Rettungswege freihalten, sie sind im Ernstfall die einzigen Angriffswege der Feuerwehr.

Gerade der letzte Punkt wird unterschätzt. Ein quergeparktes Auto vor einer Schranke kann im Brandfall bedeuten, dass Tanklöschfahrzeuge einen kilometerlangen Umweg fahren, während sich das Feuer ausbreitet.

Feuer entdeckt: So verhalten Sie sich richtig

Wer im Wald Rauch oder Flammen bemerkt, sollte drei Dinge in dieser Reihenfolge tun: sich selbst in Sicherheit bringen, den Notruf 112 wählen und danach, wenn möglich, den Einsatzkräften den Weg weisen. Beim Verlassen des Gefahrenbereichs gilt: quer zur Windrichtung ausweichen, nicht mit dem Wind vor dem Feuer herlaufen, denn ein Bodenfeuer kann sich bei Wind schneller bewegen als ein Mensch im unwegsamen Gelände.

Die Ortsangabe ist im Wald die halbe Rettung. An vielen Waldwegen stehen Rettungspunkte, kleine Schilder mit einer Buchstaben-Zahlen-Kombination. Wer die Kennung am nächsten Rettungspunkt durchgibt, erspart der Leitstelle minutenlanges Suchen.

Kleine Entstehungsbrände, etwa ein glimmender Grasfleck, lassen sich manchmal mit Wasser, Erde oder durch Austreten ersticken, aber nur, solange keine eigene Gefahr besteht. Im Zweifel hat die Alarmierung immer Vorrang vor dem Löschversuch. Wie fordernd Vegetationsbrände für die Einsatzkräfte sind, zeigen die Einsatzberichte aus dem Landkreis Göttingen; lange Wasserförderstrecken und schweres Gelände gehören bei Flächenbränden fast immer dazu.

Warum die Region vorbereitet ist

Die Feuerwehren in Südniedersachsen üben den Ernstfall regelmäßig, auch abseits klassischer Gebäudebrände. Dass der Landkreis Göttingen mit ungewöhnlichen Lagen umgehen kann, hat er mehrfach bewiesen, vom Hochwasser bis zum Güterzugbrand im ICE-Tunnel, einem der aufwendigsten Einsätze der Region. Für Waldbrände gilt dieselbe Logik wie für alle Sonderlagen: Ortskenntnis, Wasserversorgung und schnelle Alarmierung entscheiden. Die ersten beiden Punkte übernehmen Feuerwehr und Forst. Der dritte liegt bei dem, der das Feuer zuerst sieht.

Häufige Fragen zur Waldbrandgefahr

Wann ist die Waldbrandgefahr am höchsten?

In längeren Trockenperioden zwischen Frühjahr und Spätsommer, besonders bei Wind und niedriger Luftfeuchte. Das Frühjahr wird oft unterschätzt: Trockenes Altgras und Laub aus dem Vorjahr brennen dann besonders leicht.

Darf ich im Wald rauchen?

In Niedersachsen ist das Rauchen im Wald von März bis Oktober verboten. Auch außerhalb dieser Zeit gilt: Glut und Kippen haben im Wald nichts verloren.

Darf ich am Waldrand grillen oder ein Lagerfeuer machen?

Offenes Feuer in Waldnähe ist ohne Genehmigung nicht erlaubt; als Richtwert gelten 100 Meter Mindestabstand zum Wald. Erlaubt sind ausgewiesene und freigegebene Feuer- und Grillstellen, sofern keine erhöhte Gefahrenstufe gilt.

Was ist der Waldbrandgefahrenindex?

Eine tägliche Einstufung des Deutschen Wetterdienstes von Stufe 1 bis 5, die aus Wetterdaten die Entzündlichkeit des Waldbodens abschätzt. Ab Stufe 4 ist besondere Vorsicht geboten, Behörden können dann Einschränkungen verhängen.

Wie melde ich einen Waldbrand richtig?

Über den Notruf 112, mit möglichst genauer Ortsangabe: Waldgebiet, nächster Ort, Wegverlauf oder die Kennung des nächsten Rettungspunkts. Danach nach Möglichkeit an einer gut erreichbaren Stelle auf die Einsatzkräfte warten und einweisen.

Soll ich selbst löschen?

Nur bei kleinen Entstehungsbränden und nur ohne eigenes Risiko, etwa durch Austreten oder Ersticken mit Erde. Der Notruf geht immer vor, denn ein Bodenfeuer kann sich in Minuten ausbreiten.

Wer haftet, wenn ich einen Waldbrand verursache?

Wer einen Brand fahrlässig verursacht, kann für die Einsatz- und Folgekosten herangezogen werden und muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Schon eine weggeworfene Zigarette kann dafür genügen.