Kurioses aus dem Feuerwehralltag und dem Netz der 2000er
Wer viel mit Unfällen, Bränden und Pannen zu tun hat, entwickelt einen eigenen Humor. Auf den Seiten der Feuerwehren im Landkreis Göttingen sammelte sich über die Jahre deshalb nicht nur Ernstes wie die Einsatzberichte des Verbandsgebiets, sondern auch eine kleine Kuriositätenkammer. Zwei Stücke daraus haben es verdient, erhalten zu bleiben: eine eBay-Auktion, die 2004 in der Region für Gelächter sorgte, und eine Fotosammlung, wie sie damals in jedem E-Mail-Postfach landete.
"Sie hat es getötet": Die Audi-Auktion von 2004
Im Mai 2004 stellte ein Verkäufer aus dem Raum Kassel und Göttingen einen Audi 100 2.0E, Baujahr 1988, bei eBay ein. Startpreis: ein Euro. Der Titel der Auktion: "Sie hat es getötet!!!". Was folgte, war keine nüchterne Fahrzeugbeschreibung, sondern eine seitenlange Familienchronik der Blechschäden.
Der Wagen, 1997 zur Geburt der ersten Tochter angeschafft, hatte demnach ein hartes Leben hinter sich: eine Beule in der Fahrertür von einer missglückten Probefahrt im Jahr 1998, eine weitere von einem Begrenzungsstein, der angeblich "früher nie so hoch war", ein Auffahrunfall beim Rückwärtsfahren, ein verschwiegener Parkrempler auf dem Aldi-Parkplatz und schließlich, am Tag der Einträgstellung, der finale Treffer in der eigenen Grundstückseinfahrt. "Der Einfahrt geht es gut. Unser Auto ist aufgeschlitzt", hielt der Verkäufer fest. Sogar eine Strafzettel-Bilanz über drei Jahre lieferte er mit.
Die Ehefrau des Verkäufers kam in dem Text erwartungsgemäß schlecht weg; der Spott über "Frauen am Steuer" war das Grundrauschen dieser Humor-Gattung. Aus heutiger Sicht wirkt das Klischee reichlich angestaubt. Als Zeitdokument funktioniert die Auktion trotzdem: Solche erzählten Artikelbeschreibungen wurden damals tausendfach weitergeleitet und machten aus einem Schrottauto ein kleines Internet-Ereignis. Bei 23 Geboten stand der tote Audi drei Tage vor Auktionsende bereits bei 478 Euro. Selbst eine Leserin meldete sich in den Nachträgen zu Wort und empfahl trocken, den "an der Losbude gewonnenen Führerschein einzurahmen", schob aber hinterher, dass auch Männer genug Autos ruinieren.
Wie es damals überhaupt zu solchen Fundstücken kam, beleuchtet der Rückblick auf die eBay-Kuriositäten der 2000er Jahre ausführlicher.
Fundstücke aus dem Netz der 2000er
Die folgende Galerie stammt aus derselben Ära. Die Bilder kursierten ab etwa 2000 als E-Mail-Anhänge und über Witzseiten wie das damals bekannte Portal "frau-am-steuer.de", dessen Schriftzug auf den meisten Fotos prangt. Fotomontagen, Schnappschüsse und Fundstücke vom Straßenrand, zusammengeworfen ohne Quellenangabe, so funktionierte Internet-Humor vor den sozialen Netzwerken. Die Pointen zielten fast immer auf das Klischee der parkenden Frau; das sagt rückblickend mehr über die Zeit aus als über das Fahrkönnen. Hier stehen die Bilder als das, was sie heute sind: eine Zeitkapsel.








Dass es im Feuerwehrleben auch abseits des Bildschirms heiter zugehen kann, zeigt übrigens der jährliche Seniorentag der Alters- und Ehrenabteilungen: Dort wird mit der Kübelspritze auf Zielscheiben gespritzt, gekegelt und beim "Saustechen" mit verbundenen Augen hantiert. Humor hat bei den Feuerwehren im Landkreis Göttingen eben Tradition, mit und ohne Internetanschluss.
Häufige Fragen zur Kuriositätensammlung
Woher stammen die Bilder in dieser Galerie?
Aus dem Netz der frühen 2000er Jahre: Die Fotos kursierten damals als E-Mail-Anhänge und über Witzseiten, lange bevor es soziale Netzwerke gab. Die Feuerwehren der Region sammelten solche Fundstücke in einer eigenen Kuriositätenecke.
Was hatte es mit der eBay-Auktion von 2004 auf sich?
Ein Verkäufer aus dem Raum Kassel und Göttingen bot einen Audi 100 mit einer seitenlangen, unfreiwillig komischen Familienchronik der Blechschäden an. Die Auktion wurde tausendfach weitergeleitet und war ein frühes Internet-Ereignis der Region.
Sind die Fotos echt?
Bei vielen lässt sich das nicht mehr klären. Fotomontagen, gestellte Szenen und echte Schnappschüsse liefen damals ungekennzeichnet durcheinander, Quellenangaben gab es praktisch nie. Die Galerie zeigt die Bilder deshalb als das, was sie heute sind: eine Zeitkapsel.
Warum sammelt eine Feuerwehr-Seite solche Kuriositäten?
Wer beruflich oder ehrenamtlich mit Unfällen und Pannen zu tun hat, entwickelt einen eigenen Humor. Neben den ernsten Einsatzberichten gehörte eine heitere Ecke auf den Seiten der Wehren einfach dazu, als Ventil und als Publikumsliebling.
Wie humorvoll geht es bei den Feuerwehren sonst zu?
Durchaus lebhaft: Beim jährlichen Seniorentag der Alters- und Ehrenabteilungen wird mit der Kübelspritze auf Zielscheiben gespritzt und beim "Saustechen" mit verbundenen Augen hantiert. Humor hat bei den Wehren im Landkreis Göttingen Tradition.