kfv-goe.de
Region: Landkreis Göttingen Themen: Feuerwehr · Brandschutz · Verkehr

Christoph 44: Rettungshubschrauber für Südniedersachsen

Stand: 12. Juli 2026 Redaktion kfv-goe.de

Wenn über dem Landkreis Göttingen ein gelber Hubschrauber Kurs auf eine Unfallstelle nimmt, ist es meist Christoph 44. Der Rettungshubschrauber ist an der Universitätsmedizin Göttingen stationiert und wird von der ADAC Luftrettung betrieben. Sein Revier reicht weit über die Stadtgrenzen hinaus: Südniedersachsen gehört ebenso dazu wie angrenzende Gebiete Nordhessens und Thüringens.

Station und Aufgabe

Christoph 44 ist ein klassischer Rettungshubschrauber, im Fachjargon Notarztzubringer. Seine Hauptaufgabe ist es, den Notarzt schnell an Einsatzstellen zu bringen, die bodengebunden nur mit Zeitverlust erreichbar wären, etwa auf der Autobahn, in abgelegenen Ortschaften oder im Wald. Daneben transportiert er Patienten in geeignete Kliniken, wenn der Zustand des Verletzten oder die Entfernung dafür sprechen. Die Anbindung an die Universitätsmedizin Göttingen ist dabei ein Vorteil: Notärztinnen und Notärzte der Klinik fliegen mit, und ein Maximalversorger liegt direkt an der Station.

An Bord arbeitet die übliche Dreier-Besatzung der Luftrettung: ein Pilot, ein Notarzt und ein Notfallsanitäter mit Zusatzqualifikation für den Flugdienst, der zugleich den Piloten bei der Navigation unterstützt. Geflogen wird grundsätzlich am Tag; nach Sonnenuntergang übernehmen bodengebundene Rettungsmittel oder speziell ausgerüstete Intensivtransporthubschrauber.

Warum eigentlich "Christoph"?

Der Rufname wirkt auf den ersten Blick kurios, hat aber System. Er geht auf den heiligen Christophorus zurück, den Schutzpatron der Reisenden. Alle zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland tragen ihn, ergänzt um eine Stationsnummer, von Christoph 1 in München bis in den hohen Norden. Die 44 steht für den Standort Göttingen. Im Funkverkehr macht das die Sache eindeutig: Wer "Christoph 44" hört, weiß, welche Maschine und welche Station gemeint ist.

Alarmierung: Der Weg zum Einsatz

Einen Rettungshubschrauber kann niemand direkt anfordern. Die Alarmierung läuft über die Rettungsleitstelle, die nach dem Notruf 112 entscheidet, welches Rettungsmittel am schnellsten und sinnvollsten ist. Meldet ein Anrufer etwa einen schweren Verkehrsunfall auf der A7, kann die Leitstelle Christoph 44 parallel zu Rettungswagen und Feuerwehr alarmieren. Gerade im Landkreis Göttingen mit seinen über 40 Autobahnkilometern und der ICE-Schnellfahrstrecke ist diese Option wertvoll, wie ein Blick auf die Strukturdaten des Landkreises zeigt. Bei größeren Schadenslagen arbeitet die Besatzung eng mit den Feuerwehren zusammen, deren besondere Einsätze im Verbandsgebiet immer wieder auch Hubschrauberbeteiligung verzeichnen.

Zusammenspiel mit den Feuerwehren

Für die Feuerwehren vor Ort bedeutet ein Hubschraubereinsatz Handarbeit am Boden. Sie erkunden und sichern Landeplätze, halten Schaulustige fern, leuchten in der Dämmerung Landezonen aus und schirmen die Einsatzstelle gegen aufgewirbelten Staub und lose Teile ab. Ein Fußballplatz, eine Wiese oder eine gesperrte Fahrbahn genügen der Maschine zum Landen. Feste Regeln gelten trotzdem: Abstand halten, dem Hubschrauber nie von hinten nähern und Anweisungen der Besatzung folgen. Für viele Ortsfeuerwehren im Landkreis gehört das Absichern einer Landestelle inzwischen zur geübten Routine, vom Dorfsportplatz bis zum Autobahnabschnitt.

Häufige Fragen zu Christoph 44

Wo ist Christoph 44 stationiert?

An der Universitätsmedizin Göttingen. Betreiber ist die ADAC Luftrettung, das medizinische Personal stellt die Klinik gemeinsam mit dem Rettungsdienst.

Wie fordert man einen Rettungshubschrauber an?

Gar nicht direkt. Der Weg führt immer über den Notruf 112. Die Rettungsleitstelle entscheidet anhand der Meldung, ob ein Hubschrauber alarmiert wird oder bodengebundene Kräfte ausreichen.

Kostet der Einsatz den Patienten etwas?

Bei medizinischer Notwendigkeit übernehmen die Kostenträger, in der Regel die Krankenkassen, die Einsatzkosten. Der Patient erhält keine Rechnung für den Flug, wenn die Leitstelle den Hubschrauber disponiert hat.

Fliegt Christoph 44 auch nachts?

Der reguläre Betrieb läuft von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Nächtliche Einsätze übernehmen bodengebundene Rettungsmittel oder für Nachtflug ausgerüstete Intensivtransporthubschrauber anderer Standorte.

Welches Gebiet deckt der Hubschrauber ab?

Den Raum Südniedersachsen rund um Göttingen sowie angrenzende Regionen in Nordhessen und Thüringen. Die genaue Disposition richtet sich nach Einsatzort, Verfügbarkeit und Flugzeit.

Was sollte man tun, wenn der Hubschrauber in der Nähe landet?

Abstand halten, lose Gegenstände sichern und den Anweisungen von Besatzung, Feuerwehr oder Polizei folgen. Keinesfalls auf die Maschine zulaufen, solange die Rotoren drehen.