Unfall in Lenglern 2003: Pferd aus umgestürztem Anhänger befreit
Ein ungewöhnlicher Unfall in Lenglern forderte am Freitag, dem 29. August 2003, den Einsatz von drei Ortsfeuerwehren. In der Ortsmitte stieß auf der Ampelkreuzung ein PKW, der aus Richtung Harste kam, mit einem PKW-Anhänger-Gespann zusammen. Der Pferdeanhänger stürzte bei der Kollision um. Das darin stehende Pferd wurde eingeklemmt und an der Hauptschlagader eines Beins verletzt.
Hebekissen und Rettungsgerät für ein Pferd
Alarmiert wurden die Ortsfeuerwehren Lenglern, Bovenden und Harste, die mit insgesamt sieben Fahrzeugen ausrückten. Der umgestürzte Anhänger war an einer Hauswand zum Liegen gekommen. Die Einsatzkräfte stützten ihn mit Hebekissen ab, zusätzlich half ein Trecker bei der Stabilisierung. Mit Rettungsgeräten öffneten die Feuerwehrleute den Anhänger, bis das Tier befreit werden konnte.
Abgeschlossen war die Rettung damit noch nicht. Das verschreckte Pferd hatte viel Blut verloren, geriet in Panik und drohte durchzugehen. Seinen Besitzern gelang es, das Tier zu bändigen und auf einen nahegelegenen Hof zu führen. Dort kümmerte sich ein Tierarzt aus Rosdorf um das verletzte Tier.
Ampelanlage beschädigt
Auch abseits der Tierrettung hinterließ der Zusammenstoß Spuren: Die Ampelanlage an der Kreuzung wurde bei dem Unfall beschädigt und war zunächst außer Betrieb.
Ein seltener Einsatz für die Ortswehren
Einsätze mit eingeklemmten Tieren verlangen von den Kräften Improvisation, denn hydraulisches Rettungsgerät und Einsatzroutine sind auf Fahrzeuginsassen ausgelegt, nicht auf ein Pferd in Panik. Dass Hebekissen, Trecker und Rettungsgerät hier ineinandergriffen, machte die Befreiung des Tieres erst möglich. Wie die Lenglerner Kräfte auch Großlagen abarbeiteten, zeigte sich im Folgejahr bei der Übung mit angenommener Explosion in einer Lagerhalle. Eine Übersicht dokumentierter Einsätze bietet die Einsatzseite, ältere Berichte hält das Einsatzarchiv bereit.