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Region: Landkreis Göttingen Themen: Feuerwehr · Brandschutz · Verkehr

Jacqueline Saburido: die Geschichte eines Unfalls durch Alkohol am Steuer

Stand: 12. Juli 2026 Redaktion kfv-goe.de
Nächtliche Landstraße mit Glassplittern und Warndreieck nach einem Unfall

Ein einziger Abend im September 1999 teilte das Leben von Jacqueline Saburido in ein Davor und ein Danach. Die junge Frau aus Venezuela, in den USA bald nur Jacqui Saburido genannt, saß auf dem Heimweg von einer Geburtstagsfeier im Auto, als ein betrunkener Fahrer den Wagen rammte. Zwei Insassen starben. Sie selbst überlebte mit schwersten Verbrennungen und wurde in den Jahren danach zu einer der bekanntesten Stimmen gegen Alkohol am Steuer. Dieser Beitrag erzählt ihre Geschichte und ordnet ein, welche Regeln in Deutschland gelten, wenn Alkohol und Autofahren zusammenkommen.

Die Geschichte von Jacqueline Saburido

Jacqueline Saburido wurde 1978 in Caracas geboren, der Hauptstadt Venezuelas. Fotos aus ihrer Kindheit und Jugend zeigen ein lebensfrohes Mädchen: Geburtstagsfeiern mit Freunden, Ferien am Meer, Aufnahmen mit ihrem Vater, dem sie zeit ihres Lebens eng verbunden blieb. Es sind Bilder, wie sie in jedem Familienalbum liegen könnten. Gerade diese Alltäglichkeit machte ihre spätere Geschichte für so viele Menschen greifbar: Was ihr zustieß, hätte jeder Familie zustoßen können.

Im Jahr 1999 kam die 20-Jährige nach Austin in Texas. Sie wollte dort Englisch lernen, ihre Ausbildung voranbringen und danach zurück nach Venezuela. Der Aufenthalt in den Vereinigten Staaten war als Zwischenschritt geplant, als eine Etappe von vielen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Berufsleben. Austin war für sie eine Stadt auf Zeit, nicht mehr. Dass ihr Name heute weltweit mit dem Thema Trunkenheit im Straßenverkehr verbunden ist, liegt an dem, was am Abend des 19. September 1999 geschah, und mindestens ebenso an der Art, wie sie in den zwei Jahrzehnten danach damit umging.

Denn die Geschichte von Jacqueline Saburido ist keine reine Unfallchronik. Sie handelt von einer Frau, die nach der Katastrophe eine Entscheidung traf: sich nicht zu verstecken, sondern ihr verändertes Gesicht bewusst zu zeigen, damit andere verstehen, was ein einziges Glas zu viel auslösen kann.

Der Unfall am 19. September 1999

In der Nacht des 19. September 1999 war Jacqueline Saburido mit vier Bekannten auf dem Rückweg von einer Geburtstagsfeier. Auf einer Straße nahe Austin krachte der Geländewagen eines 18-Jährigen in ihr Auto. Der junge Fahrer, Reginald Stephey, hatte zuvor auf einer Party Alkohol getrunken und sich trotzdem hinters Steuer gesetzt. Zwei Insassen aus Jacquelines Wagen starben noch an der Unfallstelle.

Jacqueline saß eingeklemmt auf dem Beifahrersitz, als der Wagen kurz nach dem Zusammenstoß Feuer fing. Die Flammen erfassten ihren Körper, bevor Helfer sie aus dem brennenden Auto befreien konnten. Rund 60 Prozent ihrer Haut verbrannten. Dass sie die Nacht überlebte, galt unter den behandelnden Ärzten als Ausnahme; Verbrennungen dieses Ausmaßes enden häufig tödlich.

Ein brennendes Unfallfahrzeug mit eingeklemmter Person gehört zu den schwersten Lagen, die Rettungskräfte kennen. Das Zeitfenster ist winzig, die Hitze enorm, und jeder Handgriff muss sitzen: Brandbekämpfung, technische Rettung und Erstversorgung laufen gleichzeitig. Dass Jacqueline überhaupt lebend aus dem Wrack kam, verdankte sie den Helfern der ersten Minuten. Ihr weiterer Weg zeigt zugleich, dass die Rettung an der Unfallstelle nur der Anfang ist.

Der Unfallverursacher überstand die Kollision. Ein Gericht in Texas verurteilte Reginald Stephey später wegen Tötung unter Alkoholeinfluss zu sieben Jahren Haft. In Interviews sagte er, er könne sich selbst nicht verzeihen, an jenem Abend getrunken zu haben. Der Unfall zerstörte damit nicht nur das Leben der Opfer, er veränderte auch das des Verursachers dauerhaft, eine Konstellation, die Polizei und Feuerwehr von schweren Alkoholfahrten immer wieder kennen.

Der lange Weg danach: Operationen und Öffentlichkeit

Was nach dem Unfall folgte, lässt sich in einer Zahl nur andeuten: mehr als 120 Operationen. Hauttransplantationen, Eingriffe an Händen und Gesicht, immer neue Korrekturen, verteilt über viele Jahre. Jacqueline Saburido verlor ihre Finger, ihr Sehvermögen blieb dauerhaft eingeschränkt. Weil ein Augenlid zerstört war, musste sie ihr Auge lange Zeit mit Tropfen feucht halten, damit es nicht austrocknete.

Schwerbrandverletzte durchlaufen eine Behandlung, die sich über Jahre zieht. Verbrannte Haut muss in vielen einzelnen Eingriffen ersetzt werden, Narben ziehen sich beim Heilen zusammen und schränken die Beweglichkeit ein, weshalb auf jede Operation Monate der Physiotherapie folgen. Dazu kommt der ständige Kampf gegen Infektionen, denn die Haut fehlt als Schutzbarriere. Jacqueline sprach in Interviews offen darüber, dass die Schmerzen und die vielen Rückschläge sie an ihre Grenzen brachten, und ebenso offen darüber, warum sie trotzdem weitermachte.

Ihr Vater wich ihr in dieser Zeit kaum von der Seite. Er begleitete sie zu Behandlungen, organisierte den Alltag und wurde auf vielen Fotos aus jenen Jahren zu ihrem sichtbarsten Rückhalt. Die Genesung war dabei nie als Rückkehr in das alte Leben zu verstehen. Es ging darum, ein neues Leben mit den bleibenden Folgen aufzubauen.

Bemerkenswert ist der Schritt, den sie dann wagte. Viele Schwerverletzte ziehen sich aus der Öffentlichkeit zurück. Jacqueline tat das Gegenteil: Sie ließ sich fotografieren, gab Interviews und stellte ihr Gesicht in den Dienst der Unfallprävention. Aus der Patientin wurde eine öffentliche Person, die ihre eigene Geschichte als Warnung erzählte.

Jacqui Saburido als Gesicht der Aufklärung

Die texanische Verkehrsbehörde TxDOT machte sie zum Gesicht der Kampagne "Faces of Drunk Driving". Plakate zeigten Jacqui Saburido vor und nach dem Unfall, nebeneinander, ohne Beschönigung. Die Motive hingen an Schulen und Straßen, liefen in Fernsehspots und wurden millionenfach weitergereicht. Kaum eine Aufklärungskampagne gegen Trunkenheitsfahrten hat Menschen so unmittelbar erreicht.

Sie trat in US-Talkshows auf, unter anderem bei Oprah Winfrey, und sprach vor Schülerinnen und Schülern. Ihre Botschaft war dabei nie von Hass geprägt. Sie erklärte öffentlich, dem Verursacher nicht mit Verbitterung zu begegnen, und richtete den Blick konsequent nach vorn: Niemand solle alkoholisiert fahren, damit sich ihr Schicksal nicht wiederholt.

Ihre Bilder verbreiteten sich weit über die USA hinaus. Anfang der 2000er Jahre kursierte die Geschichte als E-Mail-Kette und auf unzähligen Internetseiten, auch im deutschsprachigen Raum, wo Feuerwehren und Verkehrswachten sie in ihre Präventionsarbeit aufnahmen. Der Appell am Ende war überall derselbe: Alkohol am Steuer? Niemals. Dass eine einzelne Biografie so viel bewirken konnte, lag an ihrer Bereitschaft, sich immer wieder zu zeigen, auch wenn jeder Auftritt Kraft kostete.

Am 20. April 2019 starb Jacqueline Saburido im Alter von 40 Jahren an einer Krebserkrankung. Nachrufe erschienen weltweit, von US-Sendern bis zu europäischen Zeitungen. Zwanzig Jahre lang hatte sie einer abstrakten Statistik ein Gesicht gegeben. Ihr Tod beendete das Engagement, nicht aber die Wirkung: Ihre Kampagnenmotive werden bis heute in der Verkehrserziehung eingesetzt.


Alkohol am Steuer: Rechtslage und Promillegrenzen in Deutschland

Der Unfall von Jacqueline Saburido geschah in Texas. Die Frage, die er aufwirft, stellt sich aber auf jeder Landstraße im Landkreis Göttingen genauso: Ab wann macht sich strafbar, wer nach dem Trinken fährt? Das deutsche Recht arbeitet mit einem gestuften System aus Ordnungswidrigkeiten und Straftaten.

Promillewert Einordnung Folgen beim ersten Verstoß
0,0 (Probezeit, unter 21) Verstoß gegen das Alkoholverbot (§ 24c StVG) 250 Euro Bußgeld, 1 Punkt, Aufbauseminar, verlängerte Probezeit
ab 0,3 mit Ausfallerscheinungen relative Fahruntüchtigkeit, Straftat (§§ 315c, 316 StGB) Geld- oder Freiheitsstrafe, 3 Punkte, Entziehung der Fahrerlaubnis
ab 0,5 Ordnungswidrigkeit (§ 24a StVG) 500 Euro Bußgeld, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
ab 1,1 absolute Fahruntüchtigkeit, Straftat Geld- oder Freiheitsstrafe, 3 Punkte, Entziehung der Fahrerlaubnis
ab 1,6 Straftat, zusätzlich MPU-Anordnung wie oben, plus medizinisch-psychologische Untersuchung

Die 0,5-Promille-Grenze ist dabei nur die halbe Wahrheit. Wer ab 0,3 Promille auffällig fährt, etwa in Schlangenlinien, begeht bereits eine Straftat: Juristen sprechen von relativer Fahruntüchtigkeit. Ab 1,1 Promille gilt jeder Fahrer als absolut fahruntüchtig, ganz gleich, wie sicher er sich fühlt. Für Fahranfänger in der Probezeit und für alle unter 21 Jahren gilt die Null-Promille-Regel ohne Ausnahme.

Wichtig ist auch der Unterschied zwischen Fahrverbot und Entziehung der Fahrerlaubnis. Das Fahrverbot ist eine Denkpause von einem bis drei Monaten, danach gibt es den Führerschein automatisch zurück. Die Entziehung dagegen beendet die Fahrerlaubnis vollständig: Wer wieder fahren will, muss sie neu beantragen, eine Sperrfrist abwarten und je nach Fall Auflagen erfüllen. Hinzu kommen die zivilrechtlichen Folgen eines Alkoholunfalls, denn die Kaskoversicherung kann ihre Leistung kürzen oder verweigern, und die Haftpflichtversicherung kann den Verursacher in Regress nehmen.

Nach einer Entziehung der Fahrerlaubnis ist der Führerschein nicht einfach zurückzuholen. Ab 1,6 Promille oder bei wiederholten Verstößen verlangt die Fahrerlaubnisbehörde regelmäßig eine medizinisch-psychologische Untersuchung, die MPU. Wer sie nicht besteht, bleibt zu Fuß. Dass eine Fahrerlaubnis auch an Bedingungen und besondere Verantwortung geknüpft sein kann, zeigt übrigens ein ganz anderes Kapitel dieses Magazins: Beim Feuerwehrführerschein für Einsatzfahrzeuge geht es ebenfalls darum, wer unter welchen Voraussetzungen ans Steuer darf.

Was Alkohol im Straßenverkehr anrichtet

Promillegrenzen in Deutschland und ihre FolgenStufenleiter der Blutalkohol-Grenzwerte von 0,0 bis 1,6 Promille mit den jeweiligen rechtlichen Folgen für Autofahrer.Alkohol am Steuer: Die PromillegrenzenBlutalkoholkonzentration (BAK) und rechtliche Folgen in Deutschland0,0Probezeit & unter 21 JahrenAbsolutes Alkoholverbot am Steuer (§ 24c StVG)0,3Relative FahruntüchtigkeitStraftat, wenn Ausfallerscheinungen oder ein Unfall hinzukommen0,5OrdnungswidrigkeitBeim ersten Verstoß: 500 Euro Bußgeld, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot1,1Absolute FahruntüchtigkeitStraftat (§ 316 StGB) — Geld- oder Freiheitsstrafe, Entzug der Fahrerlaubnis1,6Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)Anordnung der MPU — gilt auch für RadfahrendeAngaben: ‰ = Promille Blutalkohol · Rechtsstand: allgemeine Grenzwerte nach StVG/StGB/FeV · kfv-goe.de
Promillegrenzen in Deutschland und ihre Folgen
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Alkohol verändert das Fahrverhalten lange vor der Grenze zur Straftat. Schon geringe Mengen verlängern die Reaktionszeit, verschlechtern das Einschätzen von Entfernungen und lassen das Blickfeld schrumpfen. Ab etwa 0,5 Promille kommt der sogenannte Tunnelblick hinzu, ab 0,8 Promille verarbeiten viele Fahrer Bewegungen am Fahrbahnrand kaum noch. Gleichzeitig steigt die Risikobereitschaft: Alkohol macht schnelle Fahrer schneller und unvorsichtige Fahrer unvorsichtiger.

Für die Einsatzkräfte im Landkreis Göttingen waren die Folgen über Jahre trauriger Alltag. Die Feuerwehren rückten immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen aus, mit eingeklemmten Personen, brennenden Fahrzeugen und Verletzten, die nur mit hydraulischem Rettungsgerät geborgen werden konnten. Einen Überblick über solche Einsätze gibt die Einsatzübersicht der Feuerwehren im Landkreis. Wie schnell ein Fahrfehler auf einer Bundesstraße tödlich endet, dokumentiert exemplarisch der Bericht über den schweren Verkehrsunfall bei Ebergötzen im April 2002.

Hinzu kommt ein Umstand, der Trunkenheitsfahrten besonders tückisch macht: Die Selbsteinschätzung kippt zuerst. Viele Fahrer fühlen sich nach zwei oder drei Gläsern wach, locker und konzentriert, während Messungen längst das Gegenteil zeigen. Genau in dieser Lücke zwischen Gefühl und Wirklichkeit entstehen die Fahrten, die in Leitplanken, Bäumen oder im Gegenverkehr enden. Ein Fahrer wie Reginald Stephey hielt sich an jenem Septemberabend 1999 vermutlich für fahrtüchtig. Das Ergebnis waren zwei Tote und eine schwerstverletzte junge Frau.

Der Fall Saburido zeigt zusätzlich eine Dimension, die in Statistiken selten auftaucht: die Überlebenden. Nicht jeder stirbt bei einem Alkoholunfall. Manche tragen Verbrennungen, Querschnittslähmungen oder Hirnverletzungen davon und leben Jahrzehnte mit den Folgen einer einzigen falschen Entscheidung, die ein anderer getroffen hat. Für Angehörige beginnt nach der Todesnachricht oder dem Krankenhausanruf ein eigener langer Weg, den keine Bußgeldtabelle abbildet.

Prävention: was Fahrerinnen und Fahrer tun können

Die wirksamste Regel ist zugleich die einfachste: Wer fährt, trinkt nicht. Promille-Rechner und Faustformeln suggerieren eine Genauigkeit, die es im Alltag nicht gibt, denn der Abbau von Alkohol hängt von Körpergewicht, Geschlecht, Mageninhalt und Tagesform ab. Rund 0,1 Promille pro Stunde baut der Körper ab, beschleunigen lässt sich das nicht. Kaffee, kalte Duschen und frische Luft ändern am Blutalkohol nichts.

Wer eine Feier plant, legt vorher fest, wer nüchtern bleibt und fährt. Taxi, Bus oder ein Schlafplatz vor Ort kosten wenig im Vergleich zu dem, was ein Alkoholunfall kostet, im schlimmsten Fall ein Menschenleben.

Besondere Vorsicht gilt am Morgen danach. Wer bis in die Nacht gefeiert hat, sitzt am nächsten Vormittag oft noch mit deutlichem Restalkohol im Auto, ohne es zu merken. Nach einem feuchten Abend mit mehreren Gläsern Wein oder Bier kann der Abbau bis in den Nachmittag dauern. Für die Polizei zählt allein der gemessene Wert, nicht die durchgeschlafene Nacht.

Zur Prävention gehört auch Zivilcourage. Wer merkt, dass ein angetrunkener Gast zum Autoschlüssel greift, darf und sollte einschreiten: Schlüssel einbehalten, Alternativen organisieren, notfalls die Polizei verständigen. Kommt es doch zu einem Unfall, zählt jede Minute. Wie ein Notruf richtig abgesetzt wird und welche Angaben die Leitstelle braucht, erklärt der Beitrag zur Notrufnummer 112.

Die Geschichte von Jacqueline Saburido wird in Schulen und Fahrschulen bis heute erzählt, weil sie das leistet, was Zahlen nicht können: Sie macht sichtbar, was "Alkohol am Steuer" konkret bedeutet. Genau darin liegt ihr Vermächtnis, und genau deshalb gehört ihre Biografie auch mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Unfall in jede ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Trunkenheit im Straßenverkehr.

Häufige Fragen zu Jacqueline Saburido und Alkohol am Steuer

Wer war Jacqueline Saburido?

Jacqueline Saburido, geboren 1978 in Caracas, war eine Venezolanerin, die 1999 bei einem von einem betrunkenen Fahrer verursachten Autounfall in Texas schwerste Verbrennungen erlitt. Sie wurde später zum Gesicht der US-Aufklärungskampagnen gegen Trunkenheit am Steuer.

Was genau geschah bei dem Autounfall im Jahr 1999?

Am 19. September 1999 rammte ein alkoholisierter 18-Jähriger nahe Austin das Auto, in dem Jacqueline mit vier Bekannten von einer Geburtstagsfeier heimfuhr. Zwei Insassen starben, der Wagen fing Feuer, während Jacqueline eingeklemmt auf dem Beifahrersitz saß.

Welche Verletzungen erlitt Jacqueline Saburido bei dem Unfall?

Rund 60 Prozent ihres Körpers verbrannten. Jacqueline Saburido verlor ihre Finger und ein Augenlid, ihr Sehvermögen blieb dauerhaft eingeschränkt. In den Jahren nach dem Unfall musste sie mehr als 120 Operationen überstehen.

Wer war für den Unfall verantwortlich und welche Konsequenzen gab es?

Verursacher war der damals 18-jährige Reginald Stephey, der alkoholisiert am Steuer saß. Ein texanisches Gericht verurteilte ihn wegen Tötung unter Alkoholeinfluss zu sieben Jahren Haft. Er erklärte später öffentlich, sich sein Handeln nicht verzeihen zu können.

Wie wurde Jacqueline Saburido zu einer bekannten Aktivistin?

Sie entschied sich, ihr durch die Verbrennungen verändertes Gesicht öffentlich zu zeigen. Die texanische Verkehrsbehörde machte sie zum Gesicht der Kampagne "Faces of Drunk Driving", ihre Plakate und TV-Auftritte erreichten Millionen Menschen.

Hat Jacqueline Saburido dem Unfallfahrer jemals vergeben?

In Interviews erklärte sie, dem Verursacher nicht mit Hass zu begegnen. Statt auf Vergeltung richtete sie ihre Energie auf Aufklärung, damit andere Menschen vor einem ähnlichen Schicksal bewahrt bleiben.

Wann und woran ist Jacqueline Saburido verstorben?

Sie starb am 20. April 2019 im Alter von 40 Jahren an einer Krebserkrankung. Ihr Tod wurde international gemeldet, unter anderem von CNN, und löste weltweit Würdigungen ihres Engagements aus.

Was ist das bleibende Vermächtnis von Jacqueline Saburido?

Ihre Kampagnenmotive gehören bis heute zum Anschauungsmaterial der Verkehrserziehung in vielen Ländern. Sie gab den Folgen von Trunkenheitsfahrten ein konkretes Gesicht und veränderte damit, wie über das Thema gesprochen wird.

Warum wird die Geschichte von Jacqui Saburido bis heute erzählt?

Weil sie abstrakte Warnungen konkret macht. Unfallzahlen lassen sich verdrängen, das Vorher-nachher der Kampagnenbilder nicht. Fahrschulen und Schulen nutzen ihre Geschichte deshalb weiterhin als eindrückliches Beispiel.

Welche Promillegrenzen gelten in Deutschland?

Ab 0,5 Promille liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, ab 0,3 Promille mit Ausfallerscheinungen und ab 1,1 Promille generell eine Straftat. Für Fahranfänger in der Probezeit und Fahrer unter 21 Jahren gilt die Null-Promille-Regel.

Ab wann ist Alkohol am Steuer in Deutschland eine Straftat?

Ab 0,3 Promille, wenn Ausfallerscheinungen wie Schlangenlinien oder ein Unfall hinzukommen (relative Fahruntüchtigkeit). Ab 1,1 Promille gilt jeder Fahrer unabhängig vom Fahrverhalten als absolut fahruntüchtig und macht sich strafbar.

Was gilt in der Probezeit und für Fahrer unter 21 Jahren?

Für beide Gruppen gilt ein absolutes Alkoholverbot am Steuer. Ein Verstoß kostet beim ersten Mal 250 Euro, bringt einen Punkt in Flensburg und zieht ein Aufbauseminar sowie eine verlängerte Probezeit nach sich.

Wann ordnet die Behörde eine MPU an?

Regelmäßig ab 1,6 Promille oder wenn jemand wiederholt alkoholisiert am Steuer erwischt wird. Ohne bestandene medizinisch-psychologische Untersuchung gibt die Fahrerlaubnisbehörde den Führerschein danach nicht wieder heraus.

Wie viele Punkte gibt es für Alkohol am Steuer?

Die Ordnungswidrigkeit ab 0,5 Promille bringt zwei Punkte in Flensburg plus Bußgeld und Fahrverbot. Wird die Fahrt als Straftat gewertet, sind es drei Punkte, dazu kommt in der Regel die Entziehung der Fahrerlaubnis.

Gilt eine Promillegrenze auch auf dem Fahrrad?

Ja. Radfahrer gelten ab 1,6 Promille als absolut fahruntüchtig und begehen eine Straftat. Wer schon ab 0,3 Promille auffällig fährt, kann sich ebenfalls strafbar machen, auch das Fahrrad ist ein Fahrzeug im Sinne des Gesetzes.