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Region: Landkreis Göttingen Themen: Feuerwehr · Brandschutz · Verkehr

Die Feuerwehr Bovenden im Porträt: acht Ortswehren und viel Eigenleistung

Stand: 12. Juli 2026 Redaktion kfv-goe.de

Anfang 2002 widmete die Lokalpresse der Gemeindefeuerwehr Bovenden eine eigene Sonderveröffentlichung, und der Anlass war für die damalige Zeit bemerkenswert: der Internetauftritt der Wehren. Wer die Seite aufrief, stolperte zuerst über das selbstironische Stichwort von den "Idioten von der Feuerwehr", ein Augenzwinkern in Richtung all jener, die nachts schon einmal dem Martinshorn hinterhergeflucht haben. Dahinter steckte ein für die frühen 2000er ungewöhnlich vollständiges Informationsangebot.

Acht Ortsfeuerwehren, drei Stützpunkte

Die Struktur der Feuerwehr Bovenden war damals wie heute klar gegliedert: drei Stützpunktwehren in Bovenden, Lenglern und Reyershausen sowie fünf Ortsfeuerwehren mit Grundausstattung in Harste, Emmenhausen, Spanbeck, Eddigehausen und Billingshausen. Über jede dieser acht Wehren informierte die Seite einzeln, dazu kamen Termine der Jahreshauptversammlungen und ein chronologisches Einsatzarchiv. Wie eine solche Gemeindefeuerwehr im Detail aufgebaut ist, zeigt die ausführliche Vorstellung der Bovender Wehren.

Das Einsatzarchiv reichte dabei weit zurück. Nachzulesen war etwa der Großbrand bei einem Bovender Betrieb im Mai 1993, bei dem insgesamt 150 Feuerwehrleute aus ganz Südniedersachsen im Einsatz waren, eine Größenordnung, die im Einsatzgeschehen des Landkreises auch heute die Ausnahme bleibt.

Gerätehäuser in Eigenleistung

Bemerkenswert war auch, was der Bericht über das Engagement der Mitglieder festhielt. Der Anbau am Feuerwehrhaus Lenglern kostete seinerzeit rund 300.000 Mark, etwa ein Drittel davon erbrachten die Kameradinnen und Kameraden in Eigenleistung. In Harste lief zur gleichen Zeit der nächste Anbau: Der Flecken übernahm rund 10.000 Euro und die neuen Hallentore, den Rest erledigten die Mitglieder selbst. Der damalige Gemeindebrandmeister, mit 28 Jahren einer der jüngsten in ganz Niedersachsen, brachte es im Bericht auf eine einfache Formel: Die Kameraden seien alle Idealisten.

Dass dieses Ehrenamt auch Nachwuchsarbeit einschließt, zeigte sich in Bovenden früh: Die Jugendfeuerwehren der Gemeinde gehörten zu den aktivsten im Altkreis, und für die Ausstattung der jungen Mitglieder sorgte die Kleiderkammer der Gemeindefeuerwehr.