Zwei tödliche Wasserunfälle an einem Juliwochenende 2002
Zwei tödliche Wasserunfälle ereigneten sich an einem Sommerwochenende Ende Juli 2002 bei Hann. Münden und bei Barterode. Feuerwehren aus zwei Bundesländern, Spezialtaucher, die DLRG und die Hundestaffel des THW standen im Einsatz.
Badeunfall im Grefenburg-Teich bei Barterode
Am Sonntag ertrank ein 39-Jähriger aus der Gemeinde Adelebsen im Grefenburg-Teich bei Barterode. Der Mann besuchte eine öffentliche Veranstaltung des örtlichen Angelvereins. Nach damaligen Erkenntnissen und Zeugenangaben ging er gegen 14 Uhr plötzlich ins Wasser und verschwand nach einigen Schwimmzügen von der Oberfläche. An dem bis zu 16 Meter tiefen Teich, der in einem ehemaligen Vulkankrater liegt, besteht generelles Badeverbot; Schilder weisen darauf hin, zusätzlich sei mündlich auf das Verbot aufmerksam gemacht worden. Die Veranstaltung wurde nach dem Unglück abgebrochen.
Ortungshund findet den Vermissten
Spezialtaucher der Berufsfeuerwehr Kassel und der Feuerwehr Northeim wurden mit Hubschraubern eingeflogen, auch die zuständige Ortsfeuerwehr Barterode war im Einsatz. Lange suchten die Taucher den Grund des Sees vergeblich ab. Schließlich wurde die Hundestaffel des THW Northeim alarmiert, deren Tiere sogar Personen unter Wasser orten können. Eine Hundeführerin aus Bovenden ließ sich mit ihrem Hund in einem Boot über den See fahren; als das Tier anschlug, gingen die Taucher an dieser Stelle zu Wasser und bargen den Toten gegen 19 Uhr.
Kanufahrer kentert auf der Fulda
Bereits am Tag zuvor waren die Kasseler Taucher in Wilhelmshausen im Landkreis Kassel gefordert. Dort war am Nachmittag ein 22 Jahre alter Kanufahrer aus Ghana, damals Student an der Universität Kassel, auf der Fulda gekentert und nicht wieder aufgetaucht. Der junge Mann hatte weder Schwimm- noch Kanukenntnisse und trug keine Schwimmweste. Etwa eine Stunde später konnte er rund sieben Meter vom Ufer entfernt vom Grund der Fulda geborgen werden. Neben der Berufsfeuerwehr Kassel waren die Ortsfeuerwehren Hann. Münden aus dem niedersächsischen Landkreis Göttingen sowie Wilhelmshausen und Simmershausen aus dem Landkreis Kassel im Einsatz, außerdem wurde die DLRG alarmiert.
Der Grefenburg-Teich ist bis zu 16 Meter tief und für Badende gesperrt. Das Badeverbot war 2002 ausgeschildert, dennoch endete der Sprung ins Wasser tödlich.
Die beiden Todesfälle gehörten zu den einschneidenden Ereignissen eines ohnehin fordernden Jahres, wie der Rückblick auf das Einsatzjahr 2002 zeigt. Weitere Berichte aus dieser Zeit hält das Einsatzarchiv bereit.