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Region: Landkreis Göttingen Themen: Feuerwehr · Brandschutz · Verkehr

Frauen in der Berufsfeuerwehr: Weg, Tests, Voraussetzungen

Stand: 12. Juli 2026 Redaktion kfv-goe.de

Die Berufsfeuerwehr war in Deutschland lange eine reine Männerdomäne. Erst seit den späten 1980er und den 1990er Jahren stellen die Städte Frauen für den Einsatzdienst ein, und noch immer liegt ihr Anteil bei den Berufsfeuerwehren im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Bei den Freiwilligen Feuerwehren sieht es besser aus: Dort ist inzwischen etwa jedes zehnte aktive Mitglied weiblich. Der Weg in den Beruf steht Frauen dabei rechtlich völlig gleichberechtigt offen. Wer die Anforderungen kennt, kann sich gezielt vorbereiten.

Der feuerwehrtechnische Dienst: Das Berufsbild

Berufsfeuerwehrleute sind in der Regel Beamtinnen und Beamte im feuerwehrtechnischen Dienst. Der Alltag umfasst Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und je nach Stadt auch den Rettungsdienst, organisiert im Schichtbetrieb auf der Feuerwache. Dazu kommen Wachroutine, Sport, Geräteprüfung und Fortbildung. Wer den Beruf ergreift, arbeitet nachts, an Feiertagen und bei jedem Wetter. Das gilt für alle Geschlechter gleichermaßen, denn die Anforderungen des Einsatzes lassen sich nicht verhandeln.

Für den Einstieg in die Laufbahn des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes verlangen die meisten Städte eine abgeschlossene Berufsausbildung, bevorzugt in einem handwerklichen oder technischen Beruf. Danach folgt ein Vorbereitungsdienst von etwa eineinhalb bis zwei Jahren mit Grundausbildungslehrgang, Rettungsdienstausbildung und Praktika auf der Wache. Für den gehobenen Dienst führt der Weg über ein abgeschlossenes Studium, meist in einem technischen oder naturwissenschaftlichen Fach.

Auswahlverfahren und Sporttest

Das Auswahlverfahren besteht üblicherweise aus einem schriftlichen Teil, einem Sporttest, einem praktischen Teil und einem Gespräch. Der schriftliche Teil prüft Allgemeinwissen, technisches Verständnis und Konzentrationsfähigkeit; im praktischen Teil zeigen Bewerberinnen handwerkliches Geschick, etwa an Werkbank oder Gerät. Am meisten Respekt haben Bewerberinnen erfahrungsgemäß vor dem Sporttest, dabei ist er planbar. Geprüft werden typischerweise Ausdauer, Kraft, Schwimmen und Koordination; viele Feuerwehren ergänzen Übungen mit Einsatzbezug, etwa das Tragen von Lasten oder eine Strecke in Atemschutzausrüstung.

Wichtig zu wissen: Bei den meisten Berufsfeuerwehren gelten für Frauen und Männer dieselben Grenzwerte. Das ist bewusst so, denn ein verunglückter Mensch wiegt gleich viel, egal wer ihn trägt. Mit einem halben bis ganzen Jahr gezieltem Training, vor allem im Bereich Kraft und Klimmzüge, gleichen Bewerberinnen die typischen Startnachteile aus. Hinzu kommt die ärztliche Untersuchung auf Atemschutztauglichkeit, die uneingeschränkte gesundheitliche Eignung voraussetzt. Ein Führerschein wird fast überall erwartet; die Fahrerlaubnis für Lkw lässt sich oft während der Ausbildung nachholen, ein Thema, das auch bei den Freiwilligen Feuerwehren rund um die Bezuschussung des Lkw-Führerscheins seit Jahren diskutiert wird.

Wer den Sporttest einer Berufsfeuerwehr anpeilt, sollte die konkreten Disziplinen der Zielstadt beim Personalamt erfragen. Die Übungen unterscheiden sich von Stadt zu Stadt deutlich, ein pauschales Training verschenkt Zeit.

Die Lage in Göttingen und der Region

Auch Südniedersachsen bietet den direkten Weg in den Beruf: Die Stadt Göttingen unterhält eine eigene Berufsfeuerwehr, die einzige im Landkreis. Daneben prägen 109 Freiwillige Feuerwehren und eine Werkfeuerwehr den Brandschutz zwischen Harz und Kassel, wie die Strukturdaten des Kreisfeuerwehrverbands zeigen. Für Frauen aus der Region heißt das: Die Bewerbung bei der Berufsfeuerwehr ist vor der Haustür möglich, und wer erst einmal hineinschnuppern will, findet in fast jedem Ort eine Freiwillige Feuerwehr, die über Mitgliedschaft und Ausbildung informiert.

Der klassische Einstieg beginnt ohnehin oft früher: Viele Berufsfeuerwehrleute, Frauen wie Männer, haben ihre Laufbahn in der Jugendfeuerwehr begonnen. Wer dort Knoten, Gerätekunde und Teamarbeit gelernt hat, bringt zur Bewerbung einen spürbaren Vorsprung mit.

Netzwerke und Vorbilder

Frauen im Einsatzdienst sind längst keine Exotinnen mehr, aber noch in der Minderheit. Umso wichtiger sind Austausch und Vorbilder. Bundesweit vernetzt etwa das Netzwerk Feuerwehrfrauen Einsatzkräfte aus Berufs-, Werk- und Freiwilligen Feuerwehren, organisiert Fachtagungen und berät Feuerwehren bei der Nachwuchsgewinnung. Viele Feuerwehren haben zudem erkannt, dass gemischte Teams im Einsatz Vorteile bringen, von der Betreuung Betroffener bis zur Personalgewinnung in Zeiten, in denen jede geeignete Bewerbung zählt. Wer sich orientieren will, besucht am besten einen Tag der offenen Tür einer Feuerwache: Dort lassen sich Fragen zu Schichtdienst, Ausbildung und Alltag direkt an Einsatzkräfte stellen, zunehmend auch an Frauen, die den Weg bereits gegangen sind.

Häufige Fragen zu Frauen in der Berufsfeuerwehr

Welche Voraussetzungen gelten für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst?

Üblich sind eine abgeschlossene Berufsausbildung, meist handwerklich oder technisch, gesundheitliche Eignung inklusive Atemschutztauglichkeit, ein Führerschein und das Bestehen des Auswahlverfahrens. Die Details regelt jede Stadt in ihrer Ausschreibung.

Gelten für Frauen im Sporttest andere Anforderungen?

Bei den meisten Berufsfeuerwehren nicht. Die Grenzwerte orientieren sich an den Anforderungen des Einsatzes und gelten für alle Bewerbenden gleich. Gezieltes Krafttraining über mehrere Monate ist deshalb die wichtigste Vorbereitung.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Der Vorbereitungsdienst für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst dauert in der Regel etwa eineinhalb bis zwei Jahre. Er umfasst Grundausbildung, Rettungsdienstanteile und Wachpraktika und endet mit der Laufbahnprüfung.

Gibt es eine Mindestgröße oder Gewichtsgrenzen?

Eine bundeseinheitliche Vorgabe existiert nicht. Manche Feuerwehren nennen Richtwerte, weil Atemschutzgeräte und Schutzkleidung passen müssen. Entscheidend ist die ärztlich festgestellte Eignung, nicht ein Zahlenwert im Ausweis.

Wie hoch ist der Frauenanteil bei den Berufsfeuerwehren?

Er liegt bundesweit im niedrigen einstelligen Prozentbereich und steigt langsam. Bei den Freiwilligen Feuerwehren ist etwa jedes zehnte aktive Mitglied weiblich, in den Jugendfeuerwehren liegt der Anteil noch deutlich höher.

Hilft die Mitgliedschaft in einer Freiwilligen Feuerwehr bei der Bewerbung?

Ja. Erfahrung aus dem aktiven Dienst oder der Jugendfeuerwehr belegt Motivation und Grundwissen. Manche Städte honorieren abgeschlossene Ausbildungsabschnitte, etwa die Truppmannausbildung, im Auswahlverfahren.

Kann ich mich in Göttingen direkt bewerben?

Die Stadt Göttingen unterhält als einzige Kommune im Landkreis eine Berufsfeuerwehr. Ausschreibungen für den feuerwehrtechnischen Dienst veröffentlicht die Stadtverwaltung über ihre Stellenportale.

Was verdient man im feuerwehrtechnischen Dienst?

Berufsfeuerwehrleute werden nach den Besoldungsordnungen der Länder bezahlt, im mittleren Dienst beginnend in den unteren Besoldungsgruppen, zuzüglich Zulagen für Schicht- und Wechseldienst. Die genauen Beträge unterscheiden sich je nach Bundesland und Dienstjahren.