Feuerwehrzentrum Potzwenden: Ausbildungsstätte im Grünen
Rund 18 Kilometer östlich von Göttingen, mitten im Wald, liegt das Feuerwehrzentrum Potzwenden. Auf dem weitläufigen Gelände des Kreisfeuerwehrverbandes Göttingen treffen sich seit den 1970er Jahren Lehrgangsteilnehmer, Jugendfeuerwehren und Schulklassen. Der Standort ist beides zugleich: Ausbildungsstätte für den Feuerwehrnachwuchs des Landkreises und Freizeitgelände mit Blockhäusern, Zeltplätzen und Schwimmbecken.
Lage und Gelände
Das Zentrum umfasst drei große Freiflächen von zusammen etwa 13.000 Quadratmetern für Spiel und Sport sowie ein 12,5 mal 25 Meter großes und 1,40 Meter tiefes Becken. Offiziell wurde es 1983 als Löschwasserbecken gebaut, genutzt wird es seither vor allem als Schwimmbad. Nach Zukäufen wuchs das Gelände bis 1980 auf über 61.000 Quadratmeter. Wer die Region einordnen will: Der Landkreis Göttingen reicht vom Harzrand bis zur Stadtgrenze Kassels, wie die Übersicht zu Daten und Lage des Verbandsgebiets zeigt.
Übernachtung und Verpflegung
Für Übernachtungen stehen acht Blockhäuser mit je fünf Doppelbetten bereit, dazu ein weiteres Haus mit sechs Betten, Aufenthaltsraum und Büro für die Lagerleitung. 90 Zeltplätze im bewaldeten Gelände ergänzen das Angebot. Im Erweiterungsbau kommen acht Zimmer mit insgesamt 32 Betten hinzu, gedacht für Lehrgangs- und Seminargäste. Verpflegt wird aus der Großküche im Hauptgebäude, mit vier Mahlzeiten am Tag; bei gutem Wetter wird auf der Terrasse gegessen. Für die Freizeit gibt es einen Bastel- und Werkraum, eine Grillhütte, wetterfeste Tischtennisplatten und im Keller eine Kegelbahn mit zwei Bahnen.
Ausbildung und Lehrgänge
Seit April 1978 ist Potzwenden anerkannte Ausbildungsstätte für Sprechfunker, Maschinisten, Atemschutzgeräteträger und die Grundausbildung. Wie so ein Lehrgang abläuft, zeigt exemplarisch die Maschinistenausbildung mit ihrem Stundenplan aus zwei Wochenenden voller Pumpen- und Gerätekunde. Einen kompakten Überblick über Gelände und Lehrgangsangebot bietet daneben die Kurzvorstellung des Feuerwehrzentrums. Drei Gruppenräume im Erweiterungsbau, ausgestattet für Seminarbetrieb, machen das Haus zusätzlich für Tagungen nutzbar. Seit 1979 führt auch die Niedersächsische Jugendfeuerwehr eigene Lehrgänge in Potzwenden durch, von "Basteln und Werken" bis "Fahrten und Lager". Überregionale Ausbildungsthemen laufen daneben über die Rundschreiben des Landesfeuerwehrverbands.
Vom Baugrundstück zur Feuerwehrtechnischen Zentrale
Die Geschichte des Zentrums beginnt 1968 mit einer nüchternen Feststellung: Der damalige Kreisausbildungsleiter wies den Verbandsvorstand auf Lücken in der Grundausbildung hin, zugleich fehlte den wachsenden Jugendfeuerwehren ein eigener Platz. Ein Ausschuss suchte daraufhin ein Gelände; als Startkapital standen ganze 10.000 D-Mark bereit. Die Spendenaktion "Bausteine für die Ausbildung" brachte in rund drei Jahren knapp 60.000 D-Mark zusammen. Nachdem Grundstücke in Lichtenhagen, Harste, Waake und Roringen verworfen worden waren, kam 1970 der Zufall zu Hilfe: In Potzwenden wurde dem Verband ein passendes Grundstück angeboten, Ende 1971 war der erste Kaufvertrag über gut 10.000 Quadratmeter unterschrieben.
Danach ging es zügig voran. Die wichtigsten Stationen:
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1972 | Baugenehmigung im Mai, Inbetriebnahme der Heizung an Heiligabend |
| 1973 | Einweihung am 10. August; eine Woche später erstes Kreiszeltlager mit 150 Teilnehmern |
| 1974–1976 | Gemeinden bauen die ersten Blockhäuser, am Ende stehen acht |
| 1978 | Anerkennung als Ausbildungsstätte |
| 1980 | Erweiterung des Geländes auf 61.103 Quadratmeter |
| 1983 | Bau des Löschwasserbeckens; der Kreistag beschließt die Feuerwehrtechnische Zentrale |
| 1986 | Einweihung der Feuerwehrtechnischen Zentrale, Baukosten rund 3,5 Millionen D-Mark |
Bemerkenswert ist der Eigenanteil der Feuerwehren: Bis zur Inbetriebnahme der Heizung im Erweiterungsbau 1985 hatten Feuerwehrkameraden aus dem Landkreis 1.200 Stunden Eigenleistung erbracht. Am Ende hielt der Verband einen Eigentumsanteil von 12,5 Prozent an der Feuerwehrtechnischen Zentrale; Schlafräume und Kegelbahn blieben komplett in Verbandshand. Seit 1991 kümmert sich eine wirtschaftliche Leitung um den laufenden Betrieb.
Zeltlager mit Tradition
Was 1973 mit 150 Jugendlichen begann, wurde zur festen Institution: 2002 richteten die Jugendfeuerwehren aus Stadt und Landkreis Göttingen bereits ihr 40. Kreiszeltlager in Potzwenden aus, und Gruppen aus ganz Niedersachsen nutzen das Gelände für Freizeiten. Auch Schullandheimaufenthalte gehören zum Programm, mit Ausflugszielen wie der Wilhelm-Busch-Mühle in Ebergötzen, der Rhumequelle oder den Fachwerkstädten Hann. Münden und Duderstadt in Reichweite.
Häufige Fragen zum Feuerwehrzentrum Potzwenden
Wo liegt das Feuerwehrzentrum Potzwenden?
Etwa 18 Kilometer östlich von Göttingen, in waldreicher Umgebung im Landkreis Göttingen. Das Gelände umfasst nach mehreren Zukäufen über 61.000 Quadratmeter.
Wer kann dort übernachten?
Neben Feuerwehren und Jugendfeuerwehren nutzen Schulklassen, Kindergärten und andere Gruppen die Blockhäuser und Zeltplätze. Die Belegung erfolgt nach Anmeldung und Absprache mit der Verwaltung des Zentrums.
Welche Unterkünfte gibt es?
Acht Blockhäuser mit je fünf Doppelbetten, ein weiteres Haus mit sechs Betten und Aufenthaltsraum, 90 Zeltplätze sowie acht Zimmer mit 32 Betten im Erweiterungsbau. Vollverpflegung mit vier Mahlzeiten wird angeboten.
Welche Lehrgänge finden in Potzwenden statt?
Der Standort ist seit 1978 anerkannt für die Grundausbildung sowie für Sprechfunker-, Maschinisten- und Atemschutzgeräteträger-Lehrgänge. Dazu kommen Seminare der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr.
Gibt es ein Schwimmbad?
Auf dem Gelände liegt ein 12,5 mal 25 Meter großes Becken mit 1,40 Meter Wassertiefe. Gebaut wurde es 1983 offiziell als Löschwasserbecken, im Alltag dient es als Schwimmbad.
Was ist die Feuerwehrtechnische Zentrale?
Die 1986 eingeweihte Einrichtung des Landkreises auf dem Gelände des Verbandes. Sie bündelt zentrale Aufgaben wie Geräteprüfung und Ausbildung; der Kreisfeuerwehrverband hält daran einen Eigentumsanteil von 12,5 Prozent.