Jugendfeuerwehr im Landkreis Göttingen: So gelingt der Einstieg
Rund 90 Jugendfeuerwehren zählte der Kreisfeuerwehrverband Göttingen bereits Anfang der 2000er Jahre, mit etwa 1400 Kindern und Jugendlichen. Der Nachwuchs ist damit seit Jahrzehnten das Fundament der Freiwilligen Feuerwehren zwischen Harz und Kassel. Wer sich hier engagiert, lernt weit mehr als Schläuche kuppeln: Teamarbeit, Verantwortung und den Umgang mit Technik gehören von Anfang an dazu.
Zwei Abteilungen für den Nachwuchs
Das niedersächsische Brandschutzrecht kennt für junge Mitglieder zwei Stufen. Kinderfeuerwehren nehmen Kinder in der Regel ab sechs Jahren auf. Dort geht es spielerisch zu: Brandschutzerziehung, Basteln, Ausflüge und erste Berührungspunkte mit dem Feuerwehrhaus stehen im Mittelpunkt, Einsatztechnik spielt noch keine Rolle.
Ab etwa zehn Jahren folgt die Jugendfeuerwehr. Sie verbindet allgemeine Jugendarbeit mit feuerwehrtechnischer Grundlagenausbildung: Gerätekunde, Knoten und Stiche, Löschangriff nach Jugendregeln, dazu Zeltlager, Sport und Wettbewerbe. Mit dem Erreichen der Altersgrenze, in Niedersachsen frühestens mit 16 Jahren, ist der Übertritt in die Einsatzabteilung möglich.
Was im Übungsdienst passiert
Der Dienstplan einer Jugendfeuerwehr wechselt zwischen Technik und Freizeit. An einem Abend wird der Umgang mit Strahlrohr und Verteiler geübt, am nächsten steht ein Spieleabend oder eine Fahrradtour an. Höhepunkte des Jahres sind die Kreiszeltlager, die im Landkreis Göttingen eine lange Tradition haben: Das erste fand bereits 1973 im Feuerwehrzentrum Potzwenden statt, mit 150 Teilnehmern. Dazu kommen Kreis- und Gemeindewettbewerbe, bei denen die Gruppen ihre Schnelligkeit und Präzision messen.
Wissenstest und Quizfragen
Fester Bestandteil der Jugendarbeit ist der klassische Wissenstest. Dabei beantworten die Jugendlichen Fragen zu Fahrzeugkunde, Erster Hilfe, Funkverkehr und zum Verhalten im Brandfall, gestaffelt nach Alter und Ausbildungsstand. Wer sich vorbereiten will, findet einen historischen Fragenkatalog aus der Region als PDF mit Quizfragen für die Jugendfeuerwehr. Viele dieser Fragen haben sich über die Jahre kaum verändert, denn Knoten bleiben Knoten und ein Verteiler bleibt ein Verteiler.
Mit 16 in die Einsatzabteilung
Der Wechsel in den aktiven Dienst ist der eigentliche Zweck der Nachwuchsarbeit. Erst dort beginnt die feuerwehrtechnische Grundausbildung, die sogenannte Truppmannausbildung; die Jugendzeit ersetzt sie nicht, verkürzt aber die Eingewöhnung erheblich. Bis zur Volljährigkeit gelten Einschränkungen, etwa beim Innenangriff und beim Atemschutz.
Ein praktisches Thema kommt später hinzu: Viele Löschfahrzeuge wiegen mehr als 3,5 Tonnen und dürfen mit einem gewöhnlichen Pkw-Führerschein nicht bewegt werden. Wie die Gemeinden im Landkreis Göttingen den Lkw-Führerschein für Feuerwehrleute bezuschussen, ist seit der EU-Führerscheinreform von 1999 ein Dauerthema.
Eine Anmeldung ist unkompliziert: Die Ortsfeuerwehr am Wohnort ist der erste Anlaufpunkt. Ein Probebesuch beim Übungsdienst ist überall möglich, ganz ohne Verpflichtung.
Ansprechpartner und Organisation
Getragen wird die Jugendarbeit von ehrenamtlichen Jugendfeuerwehrwarten auf Orts-, Gemeinde- und Kreisebene. Eine historische Übersicht der Zuständigkeiten bietet die Seite mit den Anschriften der Jugendfeuerwehr. Überregionale Vorgaben, etwa zu Wettbewerben oder Versicherungsfragen, verbreitet der Landesfeuerwehrverband über seine Rundschreiben.
Häufige Fragen zur Jugendfeuerwehr
Ab welchem Alter kann ein Kind zur Feuerwehr?
Kinderfeuerwehren nehmen in Niedersachsen Kinder in der Regel ab sechs Jahren auf. Die Jugendfeuerwehr beginnt meist mit zehn Jahren. Die genauen Grenzen legt die jeweilige Ortsfeuerwehr in ihrer Satzung fest.
Was kostet die Mitgliedschaft?
In den meisten Ortsfeuerwehren ist die Mitgliedschaft beitragsfrei oder mit einem geringen Jahresbeitrag verbunden. Schutzkleidung und Übungsmaterial stellt die Feuerwehr. Kosten entstehen allenfalls für Fahrten und Zeltlager, oft mit Zuschüssen.
Wie oft findet Übungsdienst statt?
Üblich ist ein Dienst alle ein bis zwei Wochen, meist am Abend oder am Wochenende. Den genauen Rhythmus bestimmt jede Jugendfeuerwehr selbst, in den Ferien pausieren viele Gruppen.
Muss mein Kind später in den aktiven Dienst?
Nein. Der Übertritt in die Einsatzabteilung ist freiwillig. Wer mit 16 oder 18 andere Pläne hat, kann jederzeit austreten, ohne Nachteile.
Was ist der Wissenstest?
Der Wissenstest ist eine jährliche Lernstandsprüfung der Jugendfeuerwehren mit Fragen zu Feuerwehrtechnik, Erster Hilfe und Brandschutz. Er wird in mehreren Stufen abgelegt und mit Abzeichen belohnt. Ein Beispiel-Fragenkatalog aus der Region ist als PDF verlinkt.
Ab wann darf ein Jugendlicher zu Einsätzen?
In Niedersachsen ist der Eintritt in die Einsatzabteilung frühestens mit 16 Jahren möglich. Bis zur Volljährigkeit gelten Schutzvorschriften: Gefährliche Tätigkeiten wie der Innenangriff unter Atemschutz bleiben Erwachsenen vorbehalten.
Wie melde ich mein Kind an?
Der direkte Weg führt über die Ortsfeuerwehr am Wohnort. Dort nennt der Jugendfeuerwehrwart die Übungszeiten und nimmt Anmeldungen entgegen. Ein Schnupperbesuch ist überall erwünscht.